Akupressur am Rücken
Symbolbild Milius007 auf Pixabay

Das Fibromyalgie-Syndrom tritt bei ca. 10 % der MCS-Patienten auf.*) Es gibt Hinweise darauf, dass FMS durch Umweltchemikalien zumindest mitverursacht wird. Berichte von Heilungs-erfolgen nach einer Quecksilber-Entgiftungstherapie bestätigen diese Annahme.**) FMS zeichnet sich durch einen generalisierten Schmerz aus, der ausschließlich die Weichteile befällt, ohne feststellbare Veränderungen an Gelenken oder Knochen. Das bedeutet leider auch, dass weder im Labor noch z.B. beim Röntgen diagnostische Hinweise zu finden sind. Betroffene werden daher oft nicht ernst genommen und es dauert lange, bis die richtige Diagnose gestellt ist.***)

Quelle: *) AMICA „Italienischer MCS-Konsens (2019)“, **) Hill H.U., Huber W., Müller K.E.:“MCS – ein Krankheitsbild der chronischen Multisystemerkrankungen“, Shaker Verlag, Aachen 2010, ***) Gesund.de Online-Artikel

FMS als chronische Schmerz-Komorbidität bei MCS

Hier finden Sie einige Hinweise zu (Datum der letzten Aktualisierung 06.10.2026):

Was ist Fibromyalgie? (06.10.26)
– Allgemeines (23.09.2025)
– Schmerztherapie-Optionen (06.10.26)

FMS Diagnosekriterien und -schlüssel (06.10.26)
– Fehlende Biomarker (21.11.23)
– Habe ich FMS? [Selbsttests] (21.11.23)
– Tenderpoints [bisherige Diagnose] (21.11.23)
– Diagnosekriterien [2010] (21.11.23)
– FMS Diagnosebogen DGS [Teil 1]  (21.11.23)
– DGS Praxisleitlinie FMS [komplett] (06.10.26)
– ICD-Codierung (21.11.23)
– FMS als Zentrales Sensitivitätssyndrom (06.10.26)

FMS in der Wissenschaft (06.10.26)
– Biologischen Ursachen von FMS auf der Spur (06.10.26)
– FMS & Immunsystem (21.11.23)
– Autoantikörper greifen das Nervensystem an (24.03.25)
– Biochemischer Teufelskreis nach Pall (25.01.2024)
– Studienhinweis auf potenzielle Biomarker (23.09.2025)

FMS in den Medien (24.03.2022)
Ergänzende Literatur und hilfreiche Links (06.10.26)

Was ist Fibromyalgie (FMS)?

Etwa jeder 25. in der Bevölkerung ist vom Fibromyalgie-Syndrom (FMS) betroffen, einer chronischen Erkrankung, die durch Schmerzen in mehreren Körperregionen gekennzeichnet ist.  Da FMS „von außen“ nicht sichtbar ist und der Weg zur Diagnose oft langwierig ist, leiden  Patienten neben den Symptomen oft auch darunter, in ihrer Krankheit nicht verstanden oder akzeptiert zu werden. ***)

Das auch als generalisierte Tendomyopathie, myofasziales Schmerzsyndrom oder Fibrositis-Syndrom bezeichnete Fibromyalgiesyndrom zählte lange zu den chronischen, nicht entzündlichen Rheuma-Erkrankungen ungeklärter Ursache. Verschiedene Theorien vermuten u.a. Autoimmunmechanismen. In mehreren Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Schmerzverarbeitung im Gehirn verändert ist und eine stärkere Entzündungsreaktion bei Betroffenen besteht.*)

Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) ist eine schwere chronische Erkrankung ohne entzündliche Werte, die mit starken Schmerzen in der Muskulatur und an den Sehnenansätzen einhergeht. FMS bezeichnet man auch als Ganzkörperschmerz. Viele Betroffene berichten immer wieder: „Alles tut weh – und nichts hilft!“ Die nicht sichtbare Erkrankung beginnt schleichend meist in der Lebensmitte. Die Betroffenen klagen über Rückenschmerzen, die sich chronifizieren und von weiteren Symptomen verschiedener Körperstellen begleitet werden. Der Schmerz verändert seine Intensität und breitet sich weiter aus.**)

Symptome einer Fibromyalgie

FMS äußert sich vor allem durch starke Muskelschmerzen am ganzen Körper, die von einer Reihe zusätzlicher Störungen begleitet sind. Hierzu zählen hauptsächlich:*)

  • Müdigkeit
  • Morgensteifigkeit
  • Schlafstörungen
  • Sensibilitätsstörungen
  • Kopfschmerzen

Vegetative Begleitsymptome sind:

  • kalte Hände und Füße
  • starke Schweißneigung
  • Zittern
  • Gleichgewichtsstörungen
  • funktionelle Herz-/ Kreislaufstörungen
  • gastrointestinale Störungen (zum Beispiel ein Reizdarmsyndrom)
  • Blasen- und Mastdarmstörungen

Weitere Begleiterscheinungen der Krankheit können sein: Abgeschlagenheit, Depression, Konzentrations- und Wortfindungsstörungen, chronische Erschöpfung uvm., insgesamt über 100 mögliche Symptome!**) Das autonome Nervensystem steuert viele Körperfunktionen, darunter auch das Sehen. Wenn die Kommunikation zwischen Gehirn und Augen gestört ist, kann dies zu verschwommenem Sehen, Fokusproblemen und erhöhter Lichtempfindlichkeit führen, insbes. bei Augenbelastungen wie Bildschirmnutzung oder Lesen.****)

Schmerztherapie-Optionen bei FMS

Dr. med. Preisler-Adibelli informierte in ihrem Vortrag über Möglichkeiten der Schmerztherapie. Sie ist wissenschaftlicher Beirat der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung. Hier gelangen Sie zur Videoaufzeichnung: https://www.fibromyalgie-fms.de/information/vortraege/fibromyalgie-keine-ausschlussdiagnose

FMS- Diagnosekriterien und -schlüssel

Fehlende Biomarker

Laborchemische Untersuchungen sowie bildgebende Verfahren sind i.d.R. unauffällig und dienen nur zum Ausschluss möglicher anderer Erkrankungen. Differentialdiagnostisch kommen u.a. nachstehende Erkrankungen in Frage: *)

  • rheumatischen Erkrankungen
  • CFS (Chronic Fatigue Syndrome)
  • Arzneimittelnebenwirkungen
  • Osteoporose
  • Infektionskrankheiten
  • diverse bösartige Erkrankungen

Habe ich FMS?

Als Orientierungshilfe, zu Dokumentationszwecken und  Vorbereitung eines Arzttermines können z. B. folgende  Unterlagen (jeweils verlinkt) verwendet werden:

Bisherige Diagnose via Tenderpoints

Schmerzen in unterschiedlichen Körperbereichen, die mind. seit 3 Mte. auftreten. Diagnostisch ausschlaggebend waren die bei der klinischen Untersuchung zu lokalisierenden sogenannten schmerzhaften Druckpunkte (die Tenderpoints). Sie liegen im Übergangsbereich von Muskeln und Sehnen im Bereich der Nacken- und Lendenregion, des Schulter- und Beckengürtels sowie an Knie und Ellenbogen. Waren 11 der 18 Tenderpoints druckempfindlich, ist eine Fibromyalgie wahrscheinlich.*)

(Verlinkte) Quellen:
*) Gesund.de Online-Artikel
  |  **) drrobart.com

Diagnosekriterien FMS

Im Mai 2010 hat die ACR (American college of Rheumatology) neue Kriterien zur FMS-Diagnose herausgegeben. Die bisherigen Kriterien sahen ein positives FMS, wenn ein großflächiger Schmerz vorhanden war und die Tenderpoint-Kriterien erfüllt waren. Die Untersuchung der Tenderpoints wird nicht mehr empfohlen, stattdessen stützt sich die
Diagnosestellung ausschließlich auf die anamnestischen Angaben der Patienten.
FMS wird nach dieser Vorgehensweise in 3 Schritten diagnostiziert. Quelle und weiterführende Informationen hier (verlinkt) auf zentrum-patientenschulung.de

FMS-Diagnosebogen: 1. Teil des DGS-Praxisleitfadens 

FMS gehört mit einer Prävalenz von 1,4 bis 6,6 % zu einer der häufigen Schmerzerkrankungen. Bis die Diagnose feststeht, vergehen durchschnittlich 16 Jahre! Um Vorurteile abzubauen und die Diagnose zu erleichtern, hat die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) einen PraxisLeitfaden entwickelt, der die wichtigsten Diagnose-Kriterien 2023 zusammenfasst. Ziel ist es, die Zeit bis zur Diagnosestellung für Betroffene zu verkürzen. Patienten können den Leitfaden nutzen, um sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten, indem sie vorab den Kriterienkatalog für eine Bestandsaufnahme der eigenen Symptome nutzen. Zur Therapie-Unterstützung arbeitet die DGS am zweiten Teil des PraxisLeitfadens (voraussichtlich bis zum 1. Quartal 2024). Hier (verlinkt) finden Sie weiterführende Informationen inkl. Interview-Video.

DGS-PraxisLeitline FMS

Anstelle eines 2. Teils veröffentlichte die DGS die umfassende DGS-PraxisLeitlinie FibroMyalgie-Syndrom.
Neben der Diagnostik sind hier auch detaillierte Behandlungspfade enthalten, wie

  • multimodale Therapieverfahren
  • Bewegung
  • psychologische Begleitung

ICD-Codierung FMS

Bislang: erfolgte die Codierung gem. offizieller Krankheitsklassifikation des DIMDI in ICD-10 mit M79.7 innerhalb des Kapitels XIII “Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes“.  

Zukünftig: Generationswechsel im ICD -> Im neuen ICD-11 (gültig ab 01.01.2022) findet sich das FMS als eigenständige Kategorie der chronischen Schmerz­er­kran­kungen (ohne den bisherigen Bezug zu Rheuma oder Weichteil­gewebe) unter der Ziffer MG30 „Chronische primäre Schmerz­syndrome“. Durch diese Neu-Katego­ri­sierung können FMS-Betroffene rascher an einen spezia­li­sierten Schmerz­the­ra­peuten überwiesen werden.

(Verlinkte Quelle: DFV FMS Fakten)

FMS als „Zentrales Sensitivitätssyndrom“

FMS wird z.T. unter den „Zentralen Sensitivitätssyndromen“ aufgeführt (Central Nervous System Awareness Syndrome / CSS). Das ist ein Oberbegriff, der u.a. FMS, ME/CFS und MCS einschließt. Es wird angenommen, dass alle diese Zustände eine zentrale Sensibilisierung beinhalten, was bedeutet, dass das zentrale Nervensystem für Reize hyperempfindlich ist. Mehr dazu auf unserer Website finden Sie hier: https://mcs-rosenheim.de/mcs/mcs-und-koerper/#CS
Quelle: DipHealth Onlineportal

 

FMS in der Wissenschaft

Biologischen Ursachen von FMS auf der Spur

Weil man bei Betroffenen bislang keine organischen Ursachen wie Entzündungen oder Gewebeschäden fand, wurden die chronischen Schmerzen oft als rein psychisch abgetan. Eine Studie mit 2,5 Mio. Menschen enthüllt erstmals biologische Ursache der chronischen Schmerzerkrankung.

  • 26 Genvarianten wurden identifiziert, die das Risiko für Fibromyalgie messbar erhöhen. Viele der gefundenen Gene wirken im Nervensystem. Auch Überschneidungen mit Migräne und Reizdarmsyndrom kamen ans Licht.
  • Bildgebende Verfahren zeigten, dass das Gehirn von Betroffenen Schmerzreize tatsächlich verstärkt wahrnimmt.

Die Studienergebnisse von Wainberg, Kerrebijn et al. (University of Toronto) weisen darauf hin, dass die Ursache in einer gestörten Schmerzverarbeitung und damit im zentralen Nervensystem liegen könnte.

Quelle und vollständiger Artikel: Schaack J. „Fibromyalgie: Studie mit 2,5 Millionen Menschen enthüllt erstmals biologische Ursache“ 08.,08.2026, HNA https://www.hna.de/welt/fibromyalgie-studie-mit-millionen-menschen-enthuellt-erstmals-biologische-ursache-zr-94433005.html#Echobox=1786191242

FMS & Immunsystem

Dr. Camilla Svensson, Professorin für Schmerzphysiologie Stockholm, widmete sich im Rahmen der Fatigatio-Fachtagung 2023 folgenden Themen: Zusammenhang zwischen Antikörpern und Schmerzen sowie Schweregrad bei Fibromyalgie. Dargestellt wurden Befunde der Fibromyalgie-Forschung:

  • reduzierte intra-epidermale Nervendichte (in der Haut)
  • igG erhöhen Hypersensitivität und reduzieren Griffkraft sowie Bewegungsaktivität im Experiment
  • Zusammenhang mit Nervenzellkörpern (Spinalganglion) und Gliazellen
  • erhöhte Immunreaktivität

Hier (verlinkt) gelangen Sie zur Videoaufzeichnung des Vortrages.

Autoantikörper greifen das Nervensystem an 

FMS ist eine Erkrankung mit chronischen Schmerzen in mehreren Körperregionen, mit Schlafstörungen, Erschöpfung und häufig psychischen Begleitsymptomen. Seine Ursachen sind nach wie vor unklar. Früher wurde das Syndrom als Erkrankung des rheumatischen Formenkreises angesehen. Später setzte sich die Auffassung durch, dass die Beschwerden durch eine veränderte Schmerzverarbeitung im Zentralnervensystem entstehen, dass sie also primär „Kopfsache“ sind. Neue Erkenntnisse: kleine Nervenfasern in der Haut sind beim FMS in ihrer Struktur und Funktion verändert. Bei mehr als 35 % der Betroffenen einer Studie waren Autoantikörper vorhanden, die sich gegen die Strukturen des peripheren Nervensystems richten.
Quelle und weiterführende Informationen: https://www.med.uni-wuerzburg.de/aktuelles/meldungen/single/news/fibromyalgie-autoantikoerper/

Biochemischer Teufelskreis nach Pall

Das Pall-Modell für NO/ONOO–oxidativ-entzündliche Krankheiten (ausgesprochen „No, oh no!”) erklärt die Entstehung und den chronischen Verlauf von Fibromyalgie (FM), Chronischem Erschöpfungssyndrom (CFS) und Multipler Chemikalien-Sensitivität (MCS). Es handelt sich um einen primär lokalen biochemischen Teufelskreis, der offenbar die zentrale Ursache dieser Multisystem-Erkrankungen darstellt. Auf der (hier verlinkten) Seite finden Sie mehr zu diesem biochemischen Prozess, an dem 35 Einzelmechanismen  beteiligt sind. Bei den meisten handelt es sich um umfassend belegte, bekannte bio-chemische und physiologische Abläufe. 

Vortragsfolien von Prof. Pall (hier verlinkt): „Grundlagen des Mechanismus und Auswirkungen bei CFS & FMS“

Studienhinweis auf potenzielle Biomarker 

Eine Studiengruppe der Uni-Klinik Würzburg hat microRNAs (mächtige Winzlinge, die Gene ausschalten) und tRNA-Fragmente (nicht-kodierende RNA, zuständig für viele Zellfunktionen inkl Regulierung Proteintranslation und Genexpression) identifiziert, die im Blut und in den Keratinozyten (Keratin produzierende Hautzellen) von FMS-Patientinnen offenbar häufiger vorkommen als bei gesunden Frauen. Es besteht außerdem ein Zusammenhang mit der Schwere der Symptome.
Quellen:
https://link.springer.com/article/10.1007/s00940-025-4930-9
https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/einblick/single/news/fibromyalgie-objektiv-diagnostizieren/

FMS in den Medien

Fünf Anzeichen einer Fibromyalgie

Fünf sichere Anzeichen, dass Sie am Fibromyalgie Syndrom (FMS) erkrankt sind, erklärt
Dr. Weigl in diesem YouTube-Video:

Ernährungstipps bei FMS

Zum Krankheitsbild der Fibromyalgie – gehören unerträgliche Schmerzen im ganzen Körper. Hier kann eine Umstellung der Ernährung und Fasten bei der Linderung der Symptome helfen. Vor allem entzündungshemmende Nahrungsmittel sind empfehlenswert. Hier erfahren Sie mehr dazu von den Ernährungsdocs:

Ergänzende Literatur und hilfreiche Links

Alle Verlinkungen auf dieser Seite haben rein informativen Charakter und stellen keine Kauf-, Bezugsquellen- oder Behandlungs-Empfehlungen dar! Eine etwaige Ableitung und Umsetzung von Therapiemaßnahmen erfolgt ausschl. auf eigene Gefahr und Verantwortung und sollte immer mit einem qualifizierten Therapeuten abgesprochen werden.
Bei den ergänzenden Literaturhinweisen handelt es sich (wie auch bei obigen Quellverweisen) um eine unverbindliche Auswahl und keinesfalls um eine vollständige Übersicht!