Grafik mit zwei Lungenflügel unter denen eine schützende Hand abgebildet ist. Der Schriftzug in der Mitte lautet Aufatmen.
Grafik via CANVA

In einer repräsentativen Umfrage sprach sich fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung für duftstofffreie Gesundheitseinrichtungen aus. Für ca. 20 % mit einer Duftstoff-unverträglichkeit ist dies zudem ein Aspekt der Zugänglichkeit.[1][3] Doch chemische Barrierefreiheit in Form einer (weitgehenden) Duftstofffreiheit ist ein bislang vernach-lässigter Aspekt.[2] Durch die zunehmende Intensität und das Haftvermögen von Düften wird das Sichere Atmen Für chronisch Erkrankte ein wichtiges Anliegen des Patienten-schutzes. Eine duftstofffreie Praxisausrichtung erfordert keine finanziellen Investitionen, sondern Aufklärungsarbeit. Und dabei möchten wir Praxen unterstützen und bieten kostenlose Infomaterialien an. [4] Lassen Sie uns gemeinsam Aufatmen.

Mehr Barrierefreiheit durch Duftstofffreiheit

Hier finden Sie einige Hinweise zu (Datum der letzten Aktualisierung 14.09.2026):

Sicherheit geht vor: Infomaterial direkt anfordern
(exklusiver Service für Praxen)

Die IT-Systeme von Arztpraxen bedürfen besonderer Sicherheit. Um Download- und Internet-Risiken zu minimieren, bieten wir Ihnen an, die von Ihnen ausgewählten Unterlagen per Email in einem virengeprüften Format kostenlos zur Verfügung zu stellen. Alle Praxishilfen sind mit Deckblättern versehen, die eine Kurzübersicht bieten sowie Verwendungstipps, eine freiwillige Nutzungserlaubnis und den Haftungsausschluss enthalten. So fordern Sie Ihre gewünschte Auswahl an:
Senden Sie eine E-Mail an: shg[&]mcs-rosenheim.de
(Das Sonderzeichen [&] ersetzen Sie einfach durch das übliche Symbol)
Betreff: Duftstofffreie Praxis
Bitte geben Sie konkret an, welche Praxishilfen (Tool-Nr.) Sie gerne erhalten möchten. Bitte vergessen Sie nicht, als Absender Ihre vollständige Praxissignatur (inkl. Link zur Praxis-Website) anzugeben.

Eine Frau mit schützender Mund-Nasen-Maske
© MCS Rosenheim

Die systemische Lücke der chemischen Barrierefreiheit in Form von Duftstofffreiheit

Barrierefreiheit in Praxen bedeutet, medizinische Versorgung so zu gestalten, dass sie für alle Menschen zugänglich ist, unabhängig von körperlichen, sensorischen oder kognitiven Einschränkungen. Ziel ist ein gleichberechtigter Zugang zur Behandlung – ohne Hindernisse im Gebäude, bei der Orientierung oder in der Kommunikation. Barrierefreiheit ist zentraler Bestandteil einer inklusiven Gesundheitsversorgung, die sich an den Bedürfnissen der Patienten orientiert.[5] Doch die bislang berücksichtigen Beeinträchtigungen (Mobilität, Sehen, Hören, Verstehen)[6] sind unvollständig: Es fehlt die Berücksichtigung des essenziellen Atmens – sprich eine reizarme Raumluft durch Duftstofffreiheit in den Praxisräumen.[4]

DAAB-Beobachtungen und die Situation duftstoffsensibler Patienten 

Dr. Pleschka vom Deutschen Allergie- und Asthmabund warnt:

„Aus unserer Beratungspraxis wissen wir, dass immer mehr Menschen auf luftgetragene Duftstoffe mit gesundheitlichen Beschwerden reagieren.“ [7]

Wie sehr das die medizinische Versorgung Betroffener belastet, wurde im Rahmen einer internationalen Umfrage deutlich: Ca. 85 % der über 3100 Teilnehmenden gaben an, dass ihre medizinische Versorgung aufgrund der Exposition gegenüber Duftstoffen in Arzt-praxen generell oder zum Teil beeinträchtigt ist; bezogen auf Kliniken meldeten dies ca. 79 %. Und fast 70 % berichteten, dass sie in medizinischen Einrichtungen kaum Verständnis für ihre Duftstoffunverträglichkeit finden. Dabei zeigen die Umfrageergebnisse auch, wie vielfältig und mitunter schwerwiegend die gesundheitlichen Reaktionen Betroffener sein können.[2] Besonders gefährdet sind Patienten mit chronischen Erkrankungen wie z. B. Allergien, Asthma, COPD, Migräne oder Multipler Chemikalien-Sensitivität.[4]

„Es ist aus umweltmedizinischer, allergologischer, endokrinologischer und onkologischer Sicht sehr problematisch, wenn die Gesundheit von Mitarbeitern und Patienten in Klinik und Praxis durch synthetische parfümierte Deos, Duftstoffe und Kosmetika beeinträchtigt wird.“
Prof. (Univ. Oradea) Dr. med. Claus Schulte-Uebbing et al. [10]

Handlungsbedarf in medizinischen Einrichtungen bezüglich Duftstofffreiheit 

Die Amerikanische Ärztekammer verabschiedete 2025 eine offizielle „Fragrance Regulation  (H-135.902)“, in der sie u.a. auch an Gesundheits-einrichtungen appelliert, Regelungen zur Duftstofffreiheit einzuführen.[8]

Ein globaler Vergleich verdeutlicht: Hinsichtlich einer chemischen Barrierefreiheit in Form von  Duftstofffreiheit befindet sich Deutschland im internationalen Rückstand – auch in medizinischen Einrichtungen. Nur 6,5 % der inländischen Befragten bejahten uneingeschränkt, in ihrer Region eine duftstofffreie Arztpraxis zu kennen. Bezüglich Kliniken fiel diese Bestätigung mit ca. 2 % sogar noch geringer aus. [2]

Ein Arztbesuch dient der Gesundheit – egal ob bei akuten Beschwerden, chronischen Erkrankungen, zur Vorsorge oder in Krisen. Den gleichberechtigten Zugang zur medizinischen Versorgung für alle, auch duftstoffsensible, Patienten zu ermöglichen, bleibt hierbei ein zentrales Anliegen.[4]

Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt ebenfalls [9]:

  • Den Schutz empfindlicher Menschen
  • Duftstoffkonzentrationen möglichst niedrig zu halten, um die VOC-Belastungen in Innenräumen zu reduzieren, die aus lufthygienischer Sicht eine unerwünschte Belastung darstellen.

Internationale und nationale Leuchtturmprojekte demonstrieren, dass eine weitestgehend duftstofffreie Praxisorganisation möglich ist.[4]

Unterstützende Praxishilfen: Gemeinsam für mehr Barrierefreiheit und Patientenschutz 

Chemische Barrierefreiheit erfordert keine Investition in bauliche Maßnahmen, aber eine Investition in Sachen Aufklärung und Neuorganisation. Wir haben uns daher Gedanken gemacht, wie wir interessierte Praxen dabei unterstützen können.[4] Das Ergebnis sind die nachfolgenden Praxishilfen. Diese unverbindlichen Infomaterialien können von Praxen nach Belieben verwendet werden – im Original oder als Inspiration für eigene Formulierungen und interne Prozesse. Die Entscheidung über den organisatorischen Einsatz der Praxishilfen und die konkrete Umsetzung liegt natürlich ausschließlich in der Organisationshoheit und Eigenverantwortung der jeweiligen Praxisleitung.

Praxishilfe Tool 1: Barrierefreiheit in der Arztpraxis neu denken

Die Veröffentlichungen im Mai und Sept. 2026 im UMG-Fachmagazin enthalten Basis-informationen, um auch die deutsche Ärzteschaft bezüglich duftstofffreier Regelungen zu sensibilisieren und zu unterstützen.[4][11] Studienergebnisse [2] belegen deren Bedeutung für den Patientenschutz in medizinischen Einrichtungen und bilden zusammen mit Expertenstatements [11] eine wissenschaftliche Fundierung für den organisatorischen Wandel. Wir danken der UMG-Redaktion für die freundliche Erlaubnis, die Artikel hier kostenlos bereitstellen zu dürfen. 

Das UMG-Fachmagazin widmet sich auf wissenschaftlicher Grundlage umweltmedizinischen Themen und ihrer Verflechtung mit der heutigen Gesellschaft. Es ist offizielles Vereinsorgan der Umwelt- und Medizinverbände EGKU,  DEGUZ und KMT.

Eine Titelseite des Fachmagazins mit einem gläsernen Herz, verbunden mit Naturelementen
Foto © Forum Medizin Verlagsgesellschaft

Die Auswirkungen von Duftstoffen auf Gesundheit und Lebensqualität – Umfrageergebnisse & Expertenstimmen 

Zielgruppe: Allgemein & Praxisteams

Dieser Fachbeitrag zeigt die Situation duftstoffsensibler Menschen anhand umfassender Studiendaten auf.  Ergänzende Expertenstimmen weisen auf die potenziellen Risiken in Verbindung mit Duftstoffen hin.  Inhaltsübersicht:[11]

  • Highlights der internationalen Umfrage „Forced isolation by invisible barriers“ (Wagner & Klaschka, 2026)[2]
  • Originalzitate duftstoffsensibler Teilnehmer
  • Bislang unveröffentlichte Detailanalysen (u. a. zur deutschen Subgruppe)
  • Ergänzende Expertenstatements aus Wissenschaft und Praxis:
    –Prof. Dr. Anne Steinemann, Australien

    –Dr. rer. nat. Hermann Kruse, CAU Kiel
    –Prof. Dr. rer. nat. habil. Gertrud Morlock, JLU Gießen
    –Prof. (Univ. Oradea) Dr. med. Claus Schulte-Uebbing, MUE
    –Prof. Dr. rer. nat. Ursula Klaschka, TH Ulm

Hier (verlinkt) sowie über den Button steht der Artikel kostenlos zur Verfügung:

Barrierefreiheit in der Arztpraxis neu denken – Anregungen für den Weg zur duftstofffreien Praxis 

Zielgruppe: Praxisteams

Bessere Inklusion, mehr Patientenschutz und optimierte Barrierefreiheit für duftstoffsensible Menschen: Doch wie soll eine duftstofffreie Praxisorganisation in unserer modernen Welt möglich sein? Wir haben für Sie recherchiert. Und dieser Artikel bietet unverbindlich praxisnahe Anregungen. Inhaltsübersicht: [4]

  • Medizinische Barrierefreiheit: Warum Raumluftqualität dazugehört
  • Globaler Vergleich: Deutschland im internationalen Rückstand
  • Pionierpraxis: Über 30 Jahre gelebte Duftstofffreiheit
  • S – Status Quo & Strategie: Unsichtbare Düfte im Visier
  • A – Aufklärung & Alternativen: Fundamentale Voraussetzungen
  • F – Fürsorge & Fallmanagement: Sozialkompetenz im Fokus
  • E – Externe Kommunikation & Erfolg: Die nachhaltige Etablierung
  • Vulnerable Patientengruppen (exemplarische Auswahl)
  • Gemeinsam aufatmen: Praxisräume ohne chemische Barrieren

Hier (verlinkt) sowie über den Button steht der Artikel kostenlos zur Verfügung:

Hinweise

  • Team-Info: Beide Artikel bieten dem Praxisteam eine wertvolle Unterstützung für das fachliche Verständnis.
  • Wartezimmer-Tipp: Da der September-Artikel sehr fachspezifisch ist, eignet sich für eine etwaige Auslage im Wartezimmer ausschließlich der Mai-Artikel.
Das Startbild der YouTube-Präsentation zeigt einen Arzt und grün-weiße Linien und Wellen, die an ein EKG und Luftströme erinnern.
© MCS Rosenheim, Hintergrund Gerd Altmann/Pixabay

Praxishilfe Tool 2: Erklärvideo „Duftstofffreie Praxis – warum?“

In diesem Infovideo (ca. 20 Min.) werden die Hintergründe einer duftstofffreien Praxisausrichtung erläutert:
– Die potenziellen Schattenseiten von Duftstoffen
– Wie sie sich auf die Gesundheit insbesondere vulnerabler Patienten auswirken können
– Welche Aspekte dazu beitragen, Barrierefreiheit und Patientenschutz im Praxisalltag zu optimieren
Das Video soll Praxisteams unterstützen, ein tieferes Verständnis für diese Neuausrichtung zu gewinnen. 

> Die aktive Verwendung des Videos ist vor einem praktischen Einsatz unbedingt mit der jeweiligen Praxisleitung abzustimmen. Ergänzend: s. Haftungsausschluss <

Ergänzende Hinweise zu den Inhalten des Erklärvideos 

Zielgruppe: Ausschließlich Praxisteams, die eine duftstofffreie Praxisausrichtung umsetzten möchten, und deren Patienten.

Dieses Erklärvideo wurde im Rahmen unserer ehrenamtlichen Selbsthilfeinitiative mit größter Sorgfalt erstellt. Im Rahmen der rechtlichen Hinweise zu Beginn der Präsentation wird deutlich vermittelt, dass das Video keine medizinische Beratung darstellt, sondern ausschließlich der unverbindlichen Wissensvermittlung dient.

Die Inhalte basieren auf Fachbeiträgen, Experten-aussagen und Studienpublikationen. Die entsprechenden Quellen sind in den jeweiligen Fußzeilen als Kurzhinweis vermerkt und in der Videobeschreibung ausführlich aufgelistet. Bezüglich der verwendeten Fotos / Videos wurde zum Nachweis einer lizenzkonformen Verwendung eine Medien-Dokumentation erstellt. Diese kann auf Wunsch zur Verfügung gestellt werden.

Quellenverzeichnis: Ergänzend zu den Angaben in der Videobeschreibung finden Sie hier (verlinkt) eine entsprechende PDF-Übersicht, da einige Verlinkungen auf YouTube in der Startphase leider Einschränkungen unterliegen. 

Ergänzende Hinweise zur Nutzung des Erklärvideos 

  • Das Video steht auf unserem nicht kommerziellen YouTube-Kanal „Duftstofffrei AufATMEN“ zur Verfügung.
  • Es ist hier als „nicht gelistet“ hinterlegt, d. h. es kann ausschließlich über diesen Link aufgerufen werden: https://www.youtube.com/watch?v=rUUGbIuWZQI
  • Mit dieser Einstellung möchten wir störende Werbeunterbrechungen nach Möglichkeit vermeiden und den professionellen Charakter wahren. Allerdings können wir keine diesbezügliche Garantie abgeben, da wir keinen Einfluss darauf haben, falls YouTube seine Regelungen modifiziert.
  • Einsatzmöglichkeit im Praxisteam: Das Video kann als schnelles, unkompliziertes Infomedium für das gesamte Praxisteam genutzt werden. Auch bei einem Personalwechsel oder kurzzeitigen Beschäftigungen (z. B. Schülerpraktika) kann es den internen Erklärungsaufwand reduzieren. Empfehlung: Für eine Vertiefung des Themas bieten sich die ergänzenden Fachartikel aus Tool 1 (UMG-Artikel) sowie Tool 3 (Comed-Artikel) an.
  • Einsatzmöglichkeit Patienteninformation: Das Video ist so konzipiert, dass es auch zu diesem Zweck genutzt werden kann. Z. B. durch die Einbindung im Wartezimmer-TV oder als Verlinkung auf der Praxis-Website. Das Deckblatt der Präsentation kann als jpg-Datei zur Verfügung gestellt werden, falls ein visueller Anker gewünscht ist. Diese Form der Direkt-Verlinkung auf YouTube entlastet Praxen von rechtlichen Risiken in Verbindung mit Cookie-Verwendungen und Datenschutzregelungen. Eine Einbettung im Videoformat wurde technisch unterbunden.
  • Tipp für optimale Lesbarkeit der Quellen (Folien): Bitte stellen Sie die Videoqualität im YouTube-Player unter „Einstellungen“ auf HD ein.
  • Eine nicht zweckentsprechende Verlinkung auf das Video auf Webseiten Dritter (d. h. durch nicht medizinische Einrichtungen) ist untersagt. Im Bedarfsfall bitten wir um entsprechende Rücksprache.

Dieses Video eignet sich für Praxisteams, deren Leitung
a) die duftstofffreie Ausrichtung bereits intern besprochen hat.
b) die im Video angesprochenen organisatorischen Maßnahmen (z. B. duftstofffreie Arbeitskleidung) auch so umsetzen möchte.

Praxishilfe Tool 3: Fachbeitrag „Parfümfreie Praxis – Warum?“  

Während zwischenzeitlich allgemein bekannt ist, dass Aktiv- und Passiv-Rauchen gesundheits-schädlich ist, besteht bei potenziell belastenden synthetischen Duftstoffe und Parfüms noch sehr großer Aufklärungs-bedarf. Prof. (Univ. Oradea) Dr. med. Claus Schulte-Uebbing und fünf CoAutoren haben die Gründe für eine parfümfreie Praxis aus Expertensicht im Magazin CO.med [10] veröffentlicht. Wir danken den Autoren und dem Fachbereich Komplementär-Medizin der mgo fachverlage für die freundliche Erlaubnis zur kostenlosen Bereitstellung der Inhalte als PDF-Dokument auf unserer Website zur Wissensvermittlung.  Zielgruppe: Allgemein

Foto: valelopardo auf Pixabay

Kurzübersicht zu den Autoren und Inhalten des Fachbeitrages „Parfümfreie Praxis – Warum?“

  • Teil 1: Gefährliche und erschreckende Konzentrationen (CO.med Ausgabe Dezember 2018)
    Die Autoren begründen, warum insbesondere aus Sicht der Umweltmedizin, Allergologie und Onkologie medizinische Einrichtungen frei von synthetischen Duftstoffen sein sollten.
  • Teil 2: Gefährliche Zusammensetzung (CO.med Ausgabe Januar 2019)
    Die Risiken Phthalat-haltiger Duftstoffe werden umfassend abgebildet. In diesem zweiten Teil zeigen die Autoren u. a. auf, welche Auswirkungen Phthalat-Metall-Komplexe auf die Gesundheit haben können.
  • Teil 3: Konsequenzen für Klinik und Praxis (CO.med Ausgabe Februar 2019)
    Der Abschlussbeitrag beinhaltet den dringenden umweltmedizinischen Appell an Ärzte und Therapeuten, Aufklärungsarbeit zu leisten und im Sinne des vorsorgenden Patientenschutzes auf den Gebrauch von bedufteten Produkten im medizinischen Raum zu verzichten.

Autor: 

  • Prof. (Univ. Oradea) Dr. med. Claus Schulte-Uebbing

CoAutoren:

  • Univ.-Prof. (Univ. Oradea) Dr. med. Ioan Doru Craiut
  • Univ.-Prof. (Univ. Oradea) Dr. med. Liana Antal
  • Univ.-Prof. Dr. med. Ingrid Gerhard 
  • Prof. Dr. med. Florian Pfab 
  • Prof. (U.M.F. Bukarest) Dr. rer. nat. John Ionescu

Hier (verlinkt) sowie über den Button steht der Artikel kostenlos zur Verfügung:

Praxistipp: Dieser wertvolle Fachbeitrag eignet sich hervorragend als Begleitmaterial für interne Teambesprechungen, zur vertiefenden Schulung des Fachpersonals sowie zur Sensibilisierung neuer Teammitglieder. 

Im Kleinformat das zweiseitige Schaubild der Kernthemenübersicht
© MCS Rosenheim

Praxishilfe Tool 4: Kernthemen-Übersicht für das Praxisteam

Diese Übersicht zeigt stichpunktartig die Kernthemen des Artikels „Barrierefreiheit in der Arztpraxis neu denken – Anregungen für den Weg zur duftstofffreien Praxis“ (s. Tool 1) auf:
– S – Status Quo & Strategie
– A – Aufklärung & Alternativen
– F – Fürsorge & Fallmanagement (Situationsmanagement)
– E – Externe Kommunikation & Erfolg

> Die aktive Verwendung der Kernthemen-Übersicht ist vor einem praktischen Einsatz unbedingt mit der jeweiligen Praxisleitung abzustimmen. Ergänzend: s. Haftungsausschluss <

Ergänzende Hinweise zur Kernthemenübersicht 

  • Zielgruppe: Praxisteams, die eine duftstofffreie Regelung umsetzen möchten
  • Kompakte Gedächtnisstütze: Dieses Dokument stellt eine grobe Übersicht zur Begleitung der Einführungsphase einer neuen duftstofffreien Praxisausrichtung dar.
  • Ausdruck für den internen Bereich: Diese Übersicht ist ausschließlich für den internen Gebrauch bestimmt, z. B. als Aushang im Aufenthaltsbereich für Praxismitarbeitende.
  • Individuelle Anpassung: Die Anregungen können gerne als Inspiration für eigene interne Prozesse genutzt werden.

Diese Kernthemen-Übersicht bietet dem Praxisteam einen wertvollen visuellen Anker zu den UMG-Inhalten für den Praxisalltag im Einführungsprozess.

Praxishilfe Tool 5: Argumentationshilfen „für die Westentasche“ 

Die Umstellung auf eine weitestgehend duftstofffreie Praxisorganisation funktioniert nur, wenn alle mitmachen. D.h. auch die partnerschaftliche Unterstützung der Patienten im sozialen Miteinander ist ein wichtiger Faktor. In Ländern, die bereits duftstofffreie Regelungen in wichtigen Lebensbereichen eingeführt haben, ist ein ent-sprechender Appell oft keine Besonderheit mehr. Da in Deutschland solche Regelungen kaum bestehen, kann es verständlicherweise zu Patientenrückfragen kommen. Diese Argumentationshilfen bieten deeskalierende Sprech-bausteine und wurden beispielhaft zusammengestellt, um Praxisteams in solchen Momenten zu entlasten.

> Die aktive Verwendung der Argumentationshilfen ist vor einem praktischen Einsatz unbedingt mit der jeweiligen Praxisleitung abzustimmen. Ergänzend: s. Haftungsausschluss <

Symbolische Gesichtshälften mit Fragezeichen und Rufezeichen
Foto: Gerd Altmann auf Pixabay

Zielgruppe: Praxisteams, die eine duftstofffreie Regelung umsetzen möchten

Einige Beispiele der Argumentationshilfen 

Auf drei Seiten wurden insgesamt 18 unverbindliche Argumentationshilfen für unterschiedliche Patientenfragen zusammengestellt, die interessierte Praxisteams in der Patientenkommunikation unterstützen können. Wie z. B.

  • Stichwort Grund / Übertreibung: „Warum machen Sie das denn überhaupt?“
    „Studien zeigen, dass Duftstoffe bei empfindlichen Patienten mitunter schwere Beschwerden wie z. B. Kreislaufprobleme, Migräne- oder Asthmaanfälle auslösen können. Uns ist das Thema Patientenschutz sehr wichtig. Deshalb streben wir durch unsere Praxisorganisation eine weitgehend duftstofffreie Raumluft an.“
  • Stichwort Vergangenheit: „Bislang ging es doch auch ohne die Regelung?“
    „In unserem Alltag haben Duftstoffe stark zugenommen. Fachverbände weisen darauf hin, dass immer mehr Menschen empfindlich auf Duftstoffe reagieren. Und eine aktuelle Studie hat verdeutlicht, wie schwer mögliche Symptome ausfallen können. Wir halten die Reduzierung von Duftstoffen in der Raumluft daher heute für einen sinnvollen Beitrag, um den Patientenschutz zu stärken.“
  • Stichwort Maske: „Warum schützen sich empfindliche Personen nicht einfach mit einer Maske?“
    „Normale OP- oder FFP2-Masken filtern leider keine gasförmigen Duftstoffe. Zudem erschweren sie Betroffenen die ohnehin oft eingeschränkte Atmung. Ein großes Problem ist auch, dass sich Duftstoffe auf Sitzpolster oder Kleidung anderer Personen übertragen und lange anhaften können. Eine weitgehende Duftstoffreduzierung in unserer Praxis dient daher der sinnvollen Prävention und unterstützt den vorsorgenden Patientenschutz.“
  • Stichwort Wäscheparfüm: „Warum soll ich keine Kleidung tragen, die mit Wäscheparfüm gepflegt wurde?“
    „Moderne Wäscheparfüms sind chemisch oft so konzipiert, dass künstliche Riechstoffe über Wochen an den Textilfasern haften und kontinuierlich an die Raumluft abgegeben werden. Starke Fixiermittel können auch dazu führen, dass Duftstoffe sogar nachhaltig auf andere Textilien übertragen werden.  Für chronisch Kranke kann dies eine Belastung bedeuten, die vermeidbar ist.“
  • Stichwort Vorschrift: „Wo steht geschrieben, dass ich das muss?“
    „Wir stützen uns dabei nicht auf Verbote, sondern orientieren uns an dem besseren Schutz für chronisch Erkrankte. Und eine möglichst duftstofffreie Luft ist dabei ein wichtiger Aspekt. Weil das in unserem Praxisumfeld nicht ohne Ihre Mithilfe geht, setzen wir auf transparente Kommunikation. Uns geht es um ein soziales und rücksichtsvolles Miteinander – und es wäre schön, wenn Sie uns unterstützen.“
  • Stichwort Ablehnung:  „Ohne mich, das können Sie vergessen!“
    „Ich bedauere, dass wir da heute nicht zusammenkommen. Da Sie uns wichtig sind und auch der Schutz unserer chronisch kranken Patienten,  lassen Sie uns am besten direkt eine pragmatische Lösung für die Zukunft finden: Wir legen Ihre Termine ans Ende der Sprechstunde. Dann ist die Praxis leerer und es passt für alle.“

Ergänzende Hinweise zu den Argumentationshilfen 

  • Unterstützung für den Arbeitsplatz:  Ein Ausdruck kann für den internen Gebrauch z. B. griffbereit an der Anmeldung und am Telefon bereitgelegt werden.
  • Das „Westentaschen-Prinzip“: Die einzelnen Themenboxen können auch als schnelle Spickzettel gestaltet werden – ideal geeignet für die Kittel- oder Westentasche.
  • Kein Vorlesetext: Die unverbindlichen Formulierungsvorschläge dienen als flexible gedankliche Stütze, um individuelle Worte im Patientengespräch zu finden.
  • Individuelle Anpassung: Die Textbausteine können gerne als Inspiration für eigene Praxisformulierungen verwendet werden.

Effiziente Entlastung: Wenn ein Patient intensiveren Erklärungsbedarf hat, kann ergänzend auf weiterführende Informationen verwiesen werden. Z. B. auf die Praxiswebsite (s. Tool 8), FAQ-Auslagen im Wartezimmer (s. Tool 6) oder das Erklärvideo (s. Tool 2).

Ein Aushängeschild mit der leuchtenden Aufschrift ASK
Dean Moriarty auf Pixabay

Zielgruppe: Praxisteams, die eine duftstofffreie Regelung umsetzen möchten, und deren Patienten.

Praxishilfe Tool 6: FAQ „Häufige Fragen & Antworten“

Um den Erklärungsaufwand in der Praxis zu reduzieren, bietet sich eine FAQ-Übersicht auf der Praxiswebsite an, womit häufige Fragen vorab beantwortet werden können. Eine entsprechende Auslage könnte auch im Wartezimmer erfolgen. Etwaige Patientenfragen können Praxismitarbeitende mittels der kurz gehaltenen Argumentationshilfen (s. Tool 5) beantworten und ergänzend auf die umfassenderen FAQ-Ausführungen verweisen. Um Praxisteams zu entlasten, haben wir unverbindliche FAQ-Ausarbeitungen zusammengestellt, die verständlich die Hintergründe einer duftstofffreien Praxisausrichtung erklären.

> Die aktive Verwendung der FAQs ist vor einem praktischen Einsatz unbedingt mit der jeweiligen Praxisleitung abzustimmen. Ergänzend: s. Haftungsausschluss <

Inhalte der FAQ-Übersicht 

Das fünfseitige Dokument erläutert die duftstofffreie Praxisausrichtung und bietet 17 unverbindliche Antworten auf typische Patientenfragen – übersichtlich gegliedert nach Themenfeldern sowie ergänzt durch ein Quellenverzeichnis.

Hier einige beispielhafte Auszüge:

  • Was genau bedeutet „duftstofffreie Praxis“?
    „Kurz gesagt: Wir vermeiden in unserer Praxis weitestgehend Raumluftbelastungen mit Duftstoffen. Damit möchten wir zum besseren Schutz für Patient*innen beitragen, die aufgrund von Vorerkrankungen mit gesundheitlichen Beschwerden auf diese Stoffe reagieren. Das ist ein wichtiger organisatorischer Beitrag im Sinne der Barrierefreiheit. Wir möchten schließlich allen einen möglichst beschwerdefreien Zugang zu und Aufenthalt in unserer Praxis bieten.“
  • Ist ein Produkt mit dem Hinweis `parfümfrei´ oder `sensitiv´ frei von Duftstoffen?
    „Nein, im privaten Konsumentenmarkt bedeuten Bezeichnungen wie `parfümfrei´ oder `sensitiv´ keineswegs automatisch, dass ein Produkt komplett duftstofffrei ist. Tatsächlich können auch solche Produkte noch Duftstoffe in anderer Eigenschaft (z. B. als Konservierungsmittel enthalten). Die zuverlässigste Orientierung beim Einkauf von Alltagsprodukten bietet der klare Hinweis `Ohne Duft´.“
  • Wie soll das gehen – ich möchte schließlich nicht durch Körpergeruch auffallen?
    „Das ist völlig verständlich, das will sicherlich niemand. Duftstofffrei zu sein bedeutet jedoch keineswegs, auf die tägliche Hygiene oder Pflege verzichten zu müssen. Moderne, duftstofffreie Shampoos, Duschgele und Deos reinigen und schützen ebenfalls zuverlässig. Der einzige Unterschied: Weniger Inhaltsstoffe und keine künstlichen Parfümwolken.“
  • Warum diese Umstände, das betrifft doch nur wenige Menschen?
    „Tatsächlich betrifft das Thema viel mehr Menschen, als man denkt: Laut einer Studie berichtet fast jeder Fünfte in Deutschland von gesundheitlichen Beschwerden bei Duftstoffkontakten. Und es dürfte noch eine hohe Dunkelziffer geben, da viele Menschen etwaige chronische Symptome (wie Kopfschmerzen oder verstopfte Nasen) gar nicht mit alltäglichen Düften in Verbindung bringen. Der Verzicht auf eigentlich unnötige Duftchemikalien reduziert VOC-Belastungen (flüchtige organische Verbindungen) in Innenräumen, unterstützt also die Raumluftqualität und kommt somit im Sinne der gesundheitlichen Vorsorge auch der Allgemeinheit sowie der Umwelt zugute.“
  • Wie können Sie sowas verlangen, das geht doch wirklich zu weit?
    „Wir bitten hier um Verständnis. In Gesundheitseinrichtungen, die von vielen chronisch Erkrankten aufgesucht werden, ist eine weitgehend duftstofffreie Raumluft wichtig. Während es für Sie ein zeitweiser Verzicht im Rahmen Ihres Aufenthaltes ist, kann es für Patienten mit einer Duftstoff-unverträglichkeit ein  wichtiger Schutz vor mitunter schweren und nachhaltigen Gesundheitsbeeinträchtigungen sein. Es wäre großartig, wenn Sie unsere Bemühungen für mehr Barrierefreiheit und Patientenschutz ebenfalls unterstützen.“
  • Wie sollen Duftstoffe denn unverträglich sein? Es werden doch alle Produkte streng geprüft.
    „Nur bedingt. Insgesamt setzt die Duftstoffindustrie circa 3.000 Substanzen ein, wobei einzelne Produkte aus hunderten Einzelstoffen bestehen können. Und die Zusammensetzung dieser Duftstoff-mischungen ist meist streng geheim. Außerdem liegt der Fokus etwaiger Verträglichkeitsprüfungen von Duftstoffen primär auf möglichen Hautreaktionen und deklarationspflichtigen Hauptallergenen. Doch oft bleiben Herstellerfirmen unterhalb der Kennzeichnungsschwelle oder ersetzen regulierte Stoffe durch chemisch ähnliche Alternativen. Hier fehlt also viel Transparenz für Verbraucher. Ein weiterer Bereich, der regulatorisch bislang kaum erfasst ist, betrifft den primären Kontaktweg, nämlich das permanente Einatmen dieser Stoffe über die Raumluft.“

Weitere enthaltene Antwortoptionen zu folgenden Fragen:

  • „Was genau ist unter Duftstoffen zu verstehen?“
  • „Warum sollte man in medizinischen Einrichtungen auf Duftstoffe verzichten?“
  • „Warum jetzt diese Umstellung in Ihrer Praxis, es ging doch bisher auch ohne entsprechende Regelung?“
  • „Wie soll ich im Alltag Produkte ohne Duftstoffe finden?“
  • „Wieso ist es so umständlich, nach duftfreien Produkten zu suchen?“
  • „Aber das betrifft mich doch nicht, ich verwende ausschließlich Naturprodukte?“
  • „Warum wird von mir erwartet, ungepflegt zu wirken?“
  • „Warum soll ich beim Arztbesuch keine Kleidung tragen, die mit Wäscheparfüm gepflegt wurde?“
  • „Warum schützen sich duftempfindliche Patient*innen nicht einfach mit einer Mund-Nasen-Maske?“
  • „Warum nehmen solche duftempfindlichen Patient*innen nicht einfach ihre Medikamente?“
  • „Wieso möchten Sie mein Recht auf persönliche Entscheidungsfreiheit einschränken?“
  • „In welcher Verordnung steht geschrieben, dass ich auf Duftstoffe verzichten muss?“

Ergänzende Hinweise zu den FAQs 

  • Modulare Nutzung: Die FAQ-Inhalte (ohne die Inhalte des Deckblattes) können ganz oder in Auszügen (ausgewählte Themenbereiche) auf der Praxiswebsite eingestellt werden ( Empfehlung).
  • Direkter PDF-Upload: Alternativ kann das FAQ-Dokument nach einem erneuten Virenscan als eigenständige Infodatei auf der Praxiswebsite angeboten werden. (Bitte ohne Deckblatt)
  • Individuelle Anpassung: Die Textbausteine können gerne als Inspiration für eigene, praxisspezifische FAQ-Formulierungen verwendet werden.

Effiziente Entlastung: Wenn ein Patient intensiven Erklärungsbedarf hat, kann ergänzend zur Kurzargumentation bequem auf diese Übersicht verwiesen werden.

Praxishilfe Tool 7: Analoge Praxiskommunikation

Den Praxisraum bespielen: Infomodule flexibel kombinieren, um von aktiver Ansprache zu entlasten.
– Ein Praxisaushang mit reduzierten Inhalten für ein schnelles Screening.
– Ein Thekenaufsteller (Druckvorlage) mit einer konkreteren Übersicht.
– Flyer zur Mitnahme / zum Mitgeben mit wichtigen Stichpunkten und Quellen für weiterführende Informationen.
– Telefonansage: Optional Hinweise in der Warteschleife und auf dem Anrufbeantworter integrieren.
Zielgruppe: Praxisteams, die eine duftstofffreie Regelung umsetzen möchten, und deren Patienten.

> Die aktive Verwendung der Unterlagen/Anregungen ist vor einem praktischen Einsatz unbedingt mit der jeweiligen Praxisleitung abzustimmen. Ergänzend: s. Haftungsausschluss <

© MCS Rosenheim

Ergänzende Hinweise zur analogen Praxiskommunikation

  • Aushang: Der Praxisaushang steht in zwei unterschiedlichen Versionen zur Verfügung,
  • Aufsteller: Mit der Druckvorlage (A4) kann ein Aufsteller für die Empfangstheke bestückt werden. Die hier integrierten Hinweise für duftstoffsensible Personen werden auch unter dem Aspekt eines Haftungsausschlusses empfohlen.
  • Flyer: Auf diesen unverbindlichen Mustervorlagen sind als wesentlicher Bestandteil noch die Angaben zur Praxis zu integrieren.  
  • Telefonansage (Anrufbeantworter / Warteschleife):
    Eine optionale Ergänzung zur Begrüßung, wie z. B. „Bitte unterstützen Sie bei Ihrem Besuch unsere duftstofffreie Praxisausrichtung, indem Sie auf Parfüm und stark duftende Produkte verzichten. So schützen wir gemeinsam chronisch kranke Patienten. Vielen Dank für Ihre Mithilfe! Nähere Informationen finden Sie auf unserer Website.“
  • Individuelle Anpassung: Die unverbindlichen Mustertexte können gerne als Inspiration für eigene Praxisformulierungen und –gestaltungen verwendet werden.

Weitere kostenlose Optionen der Patienteninformation 

Prospektauslagen: Der DAAB bietet auf seiner Website Infomaterial an zum Thema Duftstoffunverträglichkeit. Es ist auch möglich (solange der Vorrat reicht) beim Verband Kampagnen-Postkarten („Frische Luft ohne Duft“ etc.) und gedruckte Prospekte zu bestellen. Dazu reicht eine formlose Mail an den DAAB, um ein Bestellformular (inkl. Musteransichten) zu erhalten.

Hier (verlinkt) können Sie die DAAB-Prospekte im Detail ansehen:

 

Ein Schreibtisch mit Laptop an einem Fensterplatz
Foto: Pixabay

Praxishilfe Tool 8: Digitale Patientenkommunikation

Ein wichtiger Bestandteil der externen Kommunikation ist die digitale Präsenz. Deren Reichweite kann genutzt werden, um die Patienten dort zu informieren, wo der Praxisbesuch i. d. R. vorbereitet wird.
– Die Homepage: Ein gut sichtbares Info-Banner auf der Startseite.
– Die Landingpage: Eine ergänzende Themenseite mit detaillierten Informationen.
-Terminsysteme & Mailverkehr: Ein Hinweistext bei der Online-Terminbuchung sowie in der E-Mail-Signatur

> Die aktive Verwendung der Anregungen/Textvorschläge ist vor einem praktischen Einsatz unbedingt mit der jeweiligen Praxisleitung abzustimmen. Ergänzend: s. Haftungsausschluss <

Ergänzende Hinweise zu den digitalen Patienteninformationen 

  • Zielgruppe: Praxisteams, die eine duftstofffreie Regelung umsetzen möchten, und deren Patienten.
  • Doctolib: Sowohl bei der Terminbuchung (optional mit Bestätigungsvermerk der Kenntnisnahme) als auch bei der Terminerinnerung kann diese Terminassistenz für den Hinweis auf eine duftstofffreie Praxisausrichtung genutzt werden. Z. B. „Zum besseren Schutz chronisch Erkrankter bemühen wir uns um eine weitgehend duftstofffreie Praxis. Bitte verwenden Sie am Tag Ihres Praxisbesuches kein Parfüm, Rasierwasser, duftende Körperpflegeprodukte und Kleidung mit starken Textildüften (z. B. Wäscheparfüm). Weitere Informationen: siehe [Website]. Vielen Dank für Ihre Unterstützung im Sinne des gesundheitlichen Miteinanders.“
  • E-Mail-Signatur: Eine weitere Option für eine entsprechende Patienteninformation/-erinnerung
  • Individuelle Anpassung: Die unverbindlichen Anregungen und Mustertexte können gerne als Inspiration für eigene Praxisformulierungen und –gestaltungen verwendet werden.
  • Info-Banner auf der Startseite – Der Eyecatcher mit der wichtigen Kernbotschaft. Z. B.:
    „Zum besseren Patientenschutz für chronisch Erkrankte bemühen wir uns um eine weitgehend duftstofffreie Praxis. Bitte unterstützen Sie unser Praxisziel: Verwenden Sie am Tag Ihres Praxisbesuches keine duftenden Körperpflegeprodukte, Parfüm oder Rasierwasser und tragen Sie bitte keine Kleidung mit starken Textildüften (z. B. Wäscheparfüm). Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Rücksichtnahme! Hier erfahren Sie mehr: [Link zur Landingpage]“
  • Landingpage – Die Themenseite mit weiterführenden Informationen zu den Hintergründen der duftstofffreien Praxisausrichtung. Empfehlung für ergänzende Inhalte:
    – „Unser Beitrag“: Die organisatorischen Umsetzungen der Praxis für mehr Barrierefreiheit und Patientenschutz
    – „Ihre Unterstützung für andere“: Die Bitte an die Patienten zur partnerschaftlichen Unterstützung.
    – Ausschlusserklärung: Keine Gewährleistung einer absoluten Duftstofffreiheit
    – Links zu weiterführenden Informationen, z. B. FAQs (s. Tool 6) und Erklärvideo (s. Tool 2)

Hinweise

Terminnotiz: Neben dem digitalen Terminsystem könnte auch der Termin-Notizblock einen entsprechenden Kurzhinweis enthalten. Z. B. „Bitte denken Sie an unsere duftstofffreie Praxisausrichtung (siehe [Website]).Danke!“

Das fachliche Kompetenzprofil hinter den Praxishilfen

Die wertvolle Arbeitszeit in Arztpraxen soll primär der medizinischen Patientenversorgung zugutekommen. Um den organisatorischen Aufwand für den wichtigen Schritt zur weitgehenden Duftstofffreiheit für Praxen so gering wie möglich zu halten, wurden diese unverbindlichen Praxishilfen entwickelt. Die Inhalte basieren auf zwei wesentlichen Säulen:

  • Wissenschaftliche Fundierung: Die hohe Relevanz für diesen Wandel zeigte sich in dem gemeinsamen internationalen Studienprojekt der Website-Autorin mit Professorin Dr. Ursula Klaschka von der Technischen Hochschule Ulm (THU). Die Daten von über 3.000 Betroffenen belegen den konkreten Handlungsbedarf hinsichtlich einer chemischen Barrierefreiheit in Form einer Duftstofffreiheit. Publikation der Ergebnisse: Wagner, H., Klaschka, U. Forced isolation by invisible barriers: international survey on the effects of fragrances on the quality of life. Environ Sci Eur 38, 2 (2026). https://doi.org/10.1186/s12302-025-01259-7 , Open-Access-Lizenz CC BY 4.0 
  • Expertise im Changemanagement und in der Personalentwicklung: Aus ihrer jahrzehntelangen, wenn auch branchenübergreifenden, Berufserfahrung kennt die Website-Autorin die Herausforderungen, als Teamverantwortliche sowohl Mitarbeiter als auch Kunden erfolgreich im Changemanagement zu begleiten und komplexe Prozesse kunden- und serviceorientiert zu gestalten.

Eine Übersicht weiterer Veröffentlichungen der Website-Autorin finden Sie hier (verlinkt) auf unserer Website.

Rechtliche Hinweise & Haftungsausschluss zu den bereitgestellten Inhalten und Dokumenten

Diese Landingpage und alle Praxishilfen wurden im Rahmen einer ehrenamtlichen Selbsthilfeinitiative mit größter Sorgfalt und nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und erstellt. Es handelt sich um unverbindliche Anregungen, Formulierungshilfen und Infomaterialien, die Arztpraxen als kostenlose und ehrenamtliche Unterstützung zur Verfügung gestellt werden. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass das Redaktions- und Erstellerteam (Selbsthilfeinitiative, Websitebetreiber und -autorin) weder aus Medizinern noch aus Juristen besteht.

  • Keine Rechts- oder Medizinberatung: Die bereitgestellten Infomaterialien und Mustertexte dienen ausschließlich als unverbindliche Orientierungs- und Formulierungshilfen für den Praxisalltag. Sie stellen keine rechtlichen, medizinischen oder fachspezifischen Beratungen dar und können diese nicht ersetzen.
  • Eigenverantwortung der Praxis: Die Entscheidung über eine weitgehend duftstofffreie Praxisausrichtung sowie den organisatorischen Einsatz, die konkrete Umsetzung und die Anwendung der Infomaterialien und Mustertexte liegt ausschließlich in der Organisationshoheit und Eigenverantwortung der jeweiligen Praxisleitung. Die Nutzung erfolgt auf eigene Verantwortung der Praxis.
  • Haftungsausschluss: Da es sich um ein kostenfreies, ehrenamtliches Informationsangebot handelt, ist eine Haftung der Dokumentenersteller (Selbsthilfeinitiative) für die Richtigkeit, Aktualität, Vollständigkeit oder rechtliche Zulässigkeit der Inhalte ausgeschlossen. Die Dokumentenersteller (Selbsthilfeinitiative) übernehmen zudem keine Haftung für etwaige Schäden, Nachteile, technische Beeinträchtigungen oder rechtliche Konflikte, die aus einem Download, der Übermittlung, der Nutzung oder der Umsetzung dieser Infomaterialien und Mustertexte resultieren.
  • Herausgeber & Impressum: Dieses Informationsmaterial ist ein Angebot der MCS Selbsthilfe Rosenheim (Selbsthilfeinitiative). Das vollständige und gesetzlich vorgeschriebene Impressum ist dieser Website zu entnehmen

Quellen- und Literaturverzeichnis

Hauptquellen 

[1] Steinemann A, Klaschka U, (2019) „Exposures and effects from fragranced consumer products in Germany“ Air Qual Atmos Health 12, 1399–1404, https://doi.org/10.1007/s11869-019-00770-0
[2] Wagner H, Klaschka U, (2026) „Forced isolation by invisible barriers: international survey on the effects of fragrances on the quality of life“ Environ Sci Eur 38, 2 https://doi.org/10.1186/s12302-025-01259-7 , Open-Access-Lizenz CC BY 4.0  
[3] Steinemann A (2019) „International prevalence of fragrance sensitivity“ Air Qual Atmos Health 12:891–897. https://doi.org/10.1007/s11869-019-00699-4
[4] Wagner, H. (2026b) „Barrierefreiheit in der Arztpraxis neu denken“ UMG (39) https://mcs-rosenheim.de/wp-content/uploads/Barrierefreiheit-Arztpraxis-UMG-2026.pdf
[5] medatixx (2026) „Wann ist eine Arztpraxis barrierefrei?“ https://medatixx.de/blog/detail/barrierefreiheit-arztpraxis-gesetze-anforderungen-checkliste
[6] Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) (2024): Richtlinie nach § 75 Absatz 7 SGB V zur Barrierefreiheit https://www.kbv.de/documents/infothek/rechtsquellen/weitere-vertraege/praxen/sprechstundenzeiten-barrierefreiheit/KBV_Richtlinie_Sprechstundenzeiten_Barrierefreiheit.pdf
[7] Wagner, H. (2022) „Gefährdende Duftstoffe als unsichtbare Barrieren – Im Gespräch mit Dr. Silvia Pleschka“ UMG (35) https://www.daab.de/fileadmin/images/blog/allgemein/2022/UMG_Interview_Pleschka_DAAB_4-2022.pdf
[8] American Medical Association, AMA (2025)  „Fragrance Regulation H-135.902“ https://policysearch.ama-assn.org/policyfinder/detail/fragrance?uri=%2FAMADoc%2FHOD.xml-H-135.902.xml 
[9] Straff W. (2009): „Duftstoffe – wie „riecht“ gesunde Raumluft?“ Umwelt und Gesundheit, Heft 6, S. 445–447. Herausgeber: Umweltbundesamt
[10] Schulte-Uebbing C, Ionescu J, Gerhard I et al. (2018/2019) „Parfümfreie Praxis – Warum?“ Teile 1–3: CO.med, Hefte 12/2018, 01/2019 und 02/2019. https://mcs-rosenheim.de/wp-content/uploads/Gesunde_Atemluft_und_Duftstofffreiheit.pdf
[11] Wagner, H. (2026a) „Die Auswirkungen von Duftstoffen auf Gesundheit und Lebensqualität – Umfrageergebnisse und Expertenstimmen“ https://mcs-rosenheim.de/wp-content/uploads/Auswirkungen_Duftstoffe_Artikel-UMG-12026.pdf

Ergänzende Literatur