Triggerfaktoren für MCS Patienten

Nicht jeder reagiert auf Umwelteinflüsse gleich: „Es gibt gute und schlechte Entgifter“, sagte Dr. Müller im Interview mit dem Magazin forum.*) Eine Überprüfung der Studien über die toxikologische Grundlage von MCS identifizierte sieben Substanzen, die an der Induktion der Krankheit beteiligt sind (s.u.). Sobald der Zustand der Sensibilisierung des Körpers gegenüber Chemikalien erst einmal aktiviert ist, können in der Folge nachteilige Reaktionen gegenüber einer Vielzahl von Chemikalien auftreten**). Die (sukzessiv zunehmende) Menge potenzieller Expositions-Stressoren führt dazu, dass MCS-Betroffene vielen Stress-Reizen ausgesetzt sind.

Verlinkte Quellen:
*) Auszug a. d. Artikel des Magazins forum des Medizinischen Dienstes 3.2021
**)
„Italienischer MCS-Konsens (2019)“

Was ist MCS?

Bei MCS handelt es sich um

  • eine erworbene, chronische Hyper-Sensitivität
  • auf geringste Dosen inhalativ, oral oder dermal aufgenommener Umwelt-Schadstoffe.
  • Chemische und/oder natürliche Stoffe lösen bei den Patienten triggerabhängig multiple Organ-Reaktionen aus.
  • Die Skala  reicht von leichten Gesundheits-Störungen bis hin zu lebens-bedrohlichen Schockreaktionen.

Quelle und weiterführende Informationen:
das hier verlinkte Ärzteinformationsblatt.

Expertenwissen:

Ein 5-minütiges Erklärvideo von Dr. Udo Böhm zu MCS finden Sie im Rahmen seines Medizinblogs auf YouTube. Das Video können Sie bequem hier über diesen Button aufrufen:

Experteninterview mit Dr. Müller vom 23.05.2022
(Video-Dauer 1 Std. 40 Min.)

Der Experte betont Studienergebnisse, wonach MCS zu den schwersten bekannten Krankheiten zu zählen ist. Er präsentiert Folien aus Lehrvorträgen mit wissenschaftlichen Ausführungen zu MCS, die u.a. auch Aspekte beleuchten wie die Entgiftungskapazität, die Bedeutung der Dosis und des oxidativen Stresses. Der Schlussteil widmet sich Behandlungsoptionen.

Quelle und Aufruf: YouTube -Kanal BIO360
hier für Sie bequem über diesen Button:

dbu-Information:

In der MCS-Studie wurde die Krankheit hinsichtlich ihrer Schwere und der Auswirkung auf die Patienten untersucht. Das  Ergebnis war  erstaunlich  und  ist  für  die  sozial-medizinische  Bewertung entscheidend  (Müller  2002). Es wurde festgestellt, dass MCS zu den schwersten der uns bekannten Krankheiten zu zählen ist. [……] Die bis heute übliche Einstufung als psychische, psychosomatische oder somatoforme Störung ist deshalb nicht gerechtfertigt und wissenschaftlich widerlegt.“

Quelle: das hier verlinkte MCS-Informationsblatt des Dt. Berufsverbandes Klinischer Umweltmediziner e.V. (dbu)

Mögliche Krankheitsauslöser und Übersicht Entwicklungsphasen

MCS wird nach wissenschaftlichen Erkenntnissen durch sieben verschiedene chemische Stoffklassen ausgelöst *)  **):

  1. Organische Lösungsmittel und verwandte Verbindungen;
  2. Insektizide, Pestizide, phosphororganische Herbizide und Carbamate;
  3. Organochlorierte Insektizide;
  4. Pyrethroide Pestizide;
  5. Schwefelwasserstoff (H2S);
  6. Kohlenmonoxid (CO);
  7. Quecksilber (in all seinen chemischen Formen).

William J. Rea und andere fanden auch Schimmelpilze und Mykotoxine als Risikofaktoren**).

Übersicht der Entwicklungsphasen ***):

  • Mögliche Vorstufen:
    – eine primär mit Schadstoffen assoziierte Krankheit (z.B. Lösemittel-, Holzschutzmittel- oder Sick Building-Syndrom)
    – genetisch bedingte Entgiftungsschwäche
    – häufige Vorerkrankung: EBV-Infektion (Pfeif. Drüsenfieber)
  • Sensibilisierungsphase I: Auslösungsphase durch Initial-Exposition.
    Diese führt zu einer unspezifischen Herabsetzung der Empfindlichkeits-Schwelle für Chemikalien durch Einwirkung einer oder mehrerer Chemikalien.
  • Sensibilitätsphase II: Chronifizierung.
    Es kommt
    – wiederholt zu akuten Symptomen durch erneute Exposition mit bereits sehr geringen Chemikaliendosen, wobei die Beschwerdeauslöser nicht mehr eingrenzbar sind auf bestimmte Chemikaliengruppen. (Die Krankheit verläuft unspezifisch.) ****)
    – chronisch zu andauernden allgemeinen und systemischen Krankheitssymptomen.

„Die Bedeutung einer vorangegangenen Chemikalien-Exposition wird [..] in dem maßgebenden Buch über MCS von Ashford und Miller ausführlich besprochen. Mindestens 50 Studien belegen, dass eine solche vorhergehende Chemikalien-Exposition eine der charakteristischen Merkmale der meisten MCS-Fälle ist, und dass diese die Krankheit auch auslöst *).

Quellen (Verlinkt im Falle einer Online-Verfügbarkeit):
*) Prof. Pall „MCS: Toxikologie- und Sensitivitätsmechanismen (2009)“
**) „Italienischer MCS-Konsens (2019)“
***) Hans-Ulrich Hill, Wolfgang Huber, Kurt E. Müller „Multiple Chemikalien-Sensitivität: Ein Krankheitsbild der chronischen Multisystemerkrankungen“, Aachen: Shaker Verlag, 2010.
****) Hans-Ulrich Hill, Rezension des Buches „Explaining Unexplained Illnesses“ von Martin Pall (2007)

Übersicht möglicher Beschwerdeauslöser (bei bestehender MCS) und Symptome

Potenzielle Trigger sind z.B.

  • Duftstoffe, Parfüm, Kosmetika, Körperpflegemittel
  • Wasch-,  Reinigungsmittel, Raumdüfte
  • Papiertaschentücher o.ä. mit Duft
  • Raumbeduftungs- und Klimaanlagen
  • Kerzen, Tabake, Rauch (auch Schornsteine), Abgase
  • Lebensmittel (u. a. Zusatzstoffe, Bestandteile)
  • Pestizide in Kleidung, Floristik u. Landwirtsch. etc.
  • Druckerfarbe (PC, Zeitungen, Kopierer etc)
  • Kunststoffe u. Flammschutzmittel (Elektrogeräte)
  • Farben, Lacke, Lösungsmittel, PVC
  • Wandverkleidungen, Möbel, Matratzen, Tapeten, Teppichböden, Baustoffe (Formaldehyd)
  • Holzschutzmittel und Hölzer (Terpene)
  • Benzin, Heizöl, Chlor
  • Medikamente, Kontrast- und Betäubungsmittel
  • Desinfektionsmittel, Infusionsschläuche,Pflaster etc
  • Zahnfüllungen/ –ersatz, alle plastischen Materialien
  • etc.

Multisystem-Erkrankung:
Mehrere unterschiedliche Organsysteme sind betroffen.

Mögliche Beschwerden sind z.B.

  • Atembeschwerden
  • Benommenheit
  • Blutdruck auffällig
  • Brennschmerzen (z. B. Zunge, Mund, Rachen)
  • Entzündungsreaktionen (chronisch)
  • Erschöpfung
  • Gedächtnis- , Konzentrations- u. Wortfindungsstörungen
  • Gangstörungen, Gefäßkrämpfe, Händezittern
  • Geruchsempfindlichkeit
  • Herzrasen, -rhythmusstörungen, -schmerzen
  • Knochen-/Gelenks-, Muskel-, Nervenschmerzen
  • Magen-/Darmprobleme, Übelkeit
  • Schlafstörungen
  • Schwindel
  • Seh- u. Hörstörungen
  • etc.

Quellen und weiterführende Informationen:
u.a. das hier verlinkte Ärzteinformationsblatt
sowie der verlinkte Italienische MCS-Konsens (2019)

MCS als schwere physische Erkrankung mit massiven Auswirkungen

2015 unterzeichneten 14 internationale  Ärzte und Wissenschaftler im Rahmen einer Konferenz die Rom-Resolution und bestätigten damit u.a.,

  • dass MCS eine physische, umweltbezogene und chronische Multisystemerkrankung ist,
  • die zu einer gravierenden Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit und Lebensqualität führt.
  • U.a. wird auf die Erfordernis spezieller Krankenhaus-Protokolle für MCS-Patienten hingewiesen.

Quelle und weiterführende Informationen: der hier verlinkte italienische Online-Bericht von AMICA. Hier finden Sie eine dt. Quelle sowie eine unverbindliche Deutsch-Übersetzung.

2021/2022 bestätigten uns sieben Experten auf unsere Anfrage hin aktuell folgende Aussagen zu MCS und der Situation Betroffener in Deutschland:

  • MCS ist eine schwere physische (Multisystem)Erkrankung mit gravierenden Auswirkungen in allen Lebensbereichen und auf die Lebensqualität Betroffener.
  • Eine bessere Früherkennung ist wichtig, um die Arbeits- und Leistungsfähigkeit Betroffener durch geeignete Maßnahmen wie z. B.
    – Expositionsvermeidung
    – Anamnese und Therapie im Sinne der Klinischen Umweltmedizin
    möglichst aufrechtzuerhalten und eine gesundheitliche Abwärtsspirale zu vermeiden.
  • Fortwährende Expositionen führen im Krankheitsverlauf i. d. R.
    – zur Verstärkung der Chronifizierung
    – zu zunehmenden Regulationsstörungen
    – zur Erweiterung der Palette an Beschwerdeauslösern
    – sowie zur Erweiterung des Symptomkomplexes.
  • MCS-Patienten brauchen
    – eine bessere medizinische Versorgung (inkl. entsprechend qualifizierter Ärzte)
    – Krankenkassenleistungen und eine Arzneimittelgrundversorgung
    – Anerkennung als schwer Kranke und Schwerbehinderte
    – adäquate Barrierefreiheit (z. B. Duftstofffreiheit in medizinischen Einrichtungen) und
    – sicheren Wohnraum, weswegen entsprechende Wohnprojekte unbedingt gefördert werden sollten.
  • Für eine bessere Integration und zum Schutz vor Diskriminierung wären Aufklärungskampagnen zu MCS gem. Art. 8 der UN-Behindertenrechtskonvention wünschenswert.

Die entsprechende Unterzeichnerliste können Sie hier auf unserer Homepage finden in dem Handout zum Video „Warum MCS psychisch so belastend ist“.

In unserer Rubrik „Experten“ steht Ihnen ein Arzt-Interview mit ergänzenden Hinweisen zur Verfügung. Dieser Button führt Sie bequem hin:

MCS kompakt: ein wichtiges Dokument als Übersichtsliteratur inkl. Krankenhaus-Aspekte

Ein medizinischer Notfall stellt ein Horrorszenario für die Patientengruppe der MCS-Kranken dar. Die lt. RKI bestehende medizinische Unter- und Fehlversorgung stellt für MCS-Patienten auch hier ein Problem dar.

Ein medizinischer Notfall bzw. die Erfordernis eines Klinkaufenthaltes stellt für MCS-Kranke ein Horror-Szenario dar. Denn leider treffen sie auch hier auf die vom RKI festgestellte medizinische Unter- und Fehlversorgung. In dem (hier für Sie verlinkten) „Italienischen MCS-Konsens (2019)“  sind hilfreiche Hinweise zu finden inkl. behandlungsrelevanter Aspekte für den Fall stationärer Aufenthalte und erforderlicher OPs.

Auch wenn die Studienlage sich laufend erweitert und seit der Literaturrecherche evtl. neuere Dokumentationen erfolgt sind: Der Konsens fasst auf 34 Seiten das Wesentliche und behandlungsrelevante Themen zu MCS kompakt zusammen (inkl. Narkose- u. Medikamenten-Unverträglichkeit!). Eine erfreuliche Gewichtung erhalten die Dokumenteninhalte durch die Unterzeichnung von ca. 100 italien. Ärzten und Verbänden.

Eine (auch oft bei Ärzten und Heilpraktikern ohne umweltmedizinische Kenntnisse) willkommene Übersichtsliteratur zu MCS.
Ein hilfreiches Dokument für Sie

  • zum Nachlesen
  • zum Aushändigen
  • zur fachlichen Untermauerung Ihrer Patientenaussagen
  • für Ihren persönlichen Klinik(notfall)-Ordner!

Entgiftungsstörung: ein wichtiger MCS-Aspekt

Ein medizinischer Notfall stellt ein Horrorszenario für die Patientengruppe der MCS-Kranken dar. Die lt. RKI bestehende medizinische Unter- und Fehlversorgung stellt für MCS-Patienten auch hier ein Problem dar.

Wenn die Müllentsorgung (Entgiftung) nicht funktioniert…

„Der Mensch muss erhebliche Fähigkeiten besitzen, um sich bei chronischen, meist langzeitigen Expositionen gegenüber Schadstoffen unterschiedlicher Art kompetent regulatorisch zur Wehr zu setzen. Hier ist die hochleistungsfähige Entgiftungstätigkeit (Phase I und II des humanen Detoxikationssystems) des menschlichen Stoffwechsels gefordert. Diese ausgezeichneten Fähigkeiten des menschlichen Entgiftungsstoffwechsels werden jedoch besonders in Ländern mit moderner Industrie und Lebensweise permanent überfordert, u.a. durch die Schadstoffbelastungen in Innenräumen.“ So Dr. Bartram in einem Vortrag 10.2003. Mehr aus den Vortragsnotizen können Sie hier verlinkt bei der MCS-CFS-Initiative NRW nachlesen.

“ Genetische Variationen in den Schlüsselenzymen der Entgiftung können die Entwicklung von Erkrankungen fördern. Dazu gehören Migräne, CFS, MCS, Tumore, Rheuma, Alzheimer und andere chronische Erkrankungen.[….] Die individuelle Entgiftungskapazität entscheidet über die Toxizität von Substanzen.“
Quelle und weiterführende Informationen: Die hier verlinkte IMD-Diagnostikinformation „Genetik der Entgiftung“

Die drei Phasen der körpereigenen Zellentgiftung

  • Phase I: Giftungsphase
  • Phase II: Entgiftungsphase
  • Phase III: Ausscheidung der Gifte

sind in dem hier verlinkten Schaubild beschrieben. (Durch Anklicken der Abbildung sowie durch Nutzung der Lupenansicht kann eine vergrößerte Ansicht genutzt werden!). Ergänzend wird der Therapieansatz bei einer Entgiftungsstörung nach Dr. Theuerkauf aufgezeigt.

„Bei Verdacht auf MCS ist eine Stufendiagnostik sinnvoll, um die Kosten zu begrenzen. Zunächst sollte ein Test erfolgen, um grob zu unterscheiden, ob eine Entgiftungsstörung in der die Phase 1 und/oder Phase 2 vorliegt.“ So eine Empfehlung von Dr. Muthorst auf seiner hier verlinkten Homepage.

In seinem Video vom 18.03.22 mit dem Titel „Depressionen – MCS – CFS -Schlafstörungen: Genetik vom Arzt erklärt“ geht Dr. Hartner u.a. auf folgende Aspekte ein:

NAT2:  Wichtige Rolle in der Entgiftungsphase 2 beim Abbau von Giftstoffen, Arzneimittel, aromatische Amine, Lacke und Farben etc. Verlangsamte Funktion bei 50 % der Bevölkerung verbunden mit dem Risiko einer erhöhten Giftstoff-Anreicherung und entsprechend toxischer Wirkungen.

COMT: Baut Stresshormone ab, ggf. Entspannungsprobleme bzw. Entspannung eher über sportliche Aktivität, verbunden mit erhöhtem Mikronährstoff-Verbrauch.

SOD2:  Zuständig für Umwandlung freier Radikaler in Wasser (-> Ausleitung), weshalb eine reduzierte Aktivität mit entsprechenden Problemen verbunden ist.

BDNF:  Marker u.a. für Angststörungen und depressive Erkrankungen. Diese Patienten sprechen schlechter auf SSRI-Therapie (Anti-Depressiva) an. Der BDNF Faktor zeigt die Fähigkeit der Nervenzellen zur Regeneration auf und kann z. B. zusätzlich gehemmt werden durch chronischen Stress, übermäßiges körperliches Training und Schlafstörungen.

Abschließend verweist der Arzt auch darauf, dass u.U. stoffwechselbedingt trotz Supplementierung ein B-12-Mangel erhalten bleiben kann.

Hier gelangen Sie zu seinem YouTube-Video (Dauer ca. 20 Min.):

Wie entgiftet mein Körper?
Am 30.05.2018 referierte Dr. Wiechert in Hamburg vor 80 Therapeuten über die verschiedenen Gefahren der In- und Umwelt auf den menschlichen Körper. Ein sehr aufschlussreicher Fachvortrag zu sinnvollen Nachweisverfahren und Therapiemöglichkeiten, fokussiert auf den Themenschwerpunkt Entgiftung. So bildet er u. a. die Variationen im Zusammenspiel der beiden Entgiftungsphasen ab „was wenn…..“ und geht auf den Aspekt ein „Entgiftungsenzyme u. Chemotherapie“.
Hier gelangen Sie zu diesem YouTube-Video (Dauer ca. 70 Min.):

Die Symptome einer MCS, eines CFS und/oder FMS sind Teil eines komplexen Beschwerdebildes, das auch aus genetischer Sicht nur schwer zu erfassen ist. Inwieweit genetische Faktoren eine ursächliche Rolle spielen, wird in der internationalen Literatur kontrovers diskutiert. Es konnte gezeigt werden, dass sog. Phase II Enzyme (GSTM1, GSTP1, GSTT1, NAT2, UGT1A1) die Chemikalienempfindlichkeit erhöhen.
Quelle und weiterführende Informationen auf der hier verlinkten Seite des IPgD, Institut für Pharmakogenetik und genetische Disposition.

Das Lymphsystem (LS) ist u.a. das Abwassersystem des Körpers

Die netzartig im Gewebe verteilten Lymphkapillaren schnappen sich Bakterien, -gifte, Schwermetalle, Chemikalien, Viren, Pilze, Zellenreste uvm. Über die Lymphflüssigkeit (Lymphe) erfolgt ein Abtransport bis zum Venenwinkel (am Schlüsselbein). Dort wird die gereinigte Lymphe in den venösen Teil des Blutsystems übergeben. Die Reinigung der gift- und müllbeladenen Lymphe erfolgt in 600 Lymphknoten, die passiert werden und als Filterstationen dienen. 1) Hier werden im Krankheitsfall z. B. auch Antikörper gebildet, um Krankheitserreger rasch wieder loszuwerden. Angeschwollene Lymphknoten deuten daher auf ein Immunsystem „im Hochbetrieb“ hin. 2)

Das LS dient aber auch dem Sauerstofftransport und dem Transport von Fetten.3) Täglich transportiert das LS 2 Liter Gewebsflüssigkeit mit Nähr- und Abfallstoffen.4) Lässt die Leistungsfähigkeit der Lymphknoten bzw. der darin befindlichen Abwehr- und Fresszellen nach, leidet die Gesundheit. U. a. entsteht durch den verlangsamten Fluss der Lymphe ein sog. Lymphstau. (Dieser kann allerdings auch Anzeichen sein für andere Probleme, wie z. B. Schwäche des Herzens, der Nieren, der Venen oder Leber.) 1) 4) Zu den lymphatischen Organen gehören u.a. auch die Mandeln und die Milz. 1)

„Liegt bereits eine Krankheit vor, ist eine Heilung nahezu ausgeschlossen, wenn der Lymphfluss ins Stocken geraten und das LS überlastet ist“ 1)

Hinweise auf ein defektes LS können z.B. sein:

  • Geschwollene Augen 1)
  • Schwere Beine 1)
  • Verschleimte Atemwege 1)
  • Häufige Infekte 1)
  • Schwellungen/Ödeme 1) (Flüssigkeitsansammlungen)
  • Hinterlassene Haut-Einschnürungen von Kleidungsstücken (z. B. Sockenbündchen) 2)
  • Infektanfälligkeit und regelm. Lymphknotenschwellungen am Hals2)
  • Cellulite und Lipödem 1)
  • Neigung zu Krebsentwicklung 1)
  • Schleichende Vergiftung des Körpers und Entwicklung chronischer Krankheiten (z. B. Kopfschmerz, Allergien, verstärkte Nahrungsmittelunverträglichkeiten) 1)
  • Gelenkschmerzen 1)
  • Hautausschläge 1)

Negative Einflüsse a. d. LS (= gleichzeitig Ansätze zur Verbesserung):

  • Bewegungsmangel: 1) 4)  Das LS hat keinen eigenen Antrieb und braucht, um im Fluss zu bleiben Körper-,  Muskel- und Atembewegungen. Neben Sport wie z. B. Schwimmen, Radfahren, Spazierengehen hilft auch simple Fußgymnastik (Füße senken und heben, Gelenke kreisen).
  • Ungesunde Ernährung: zu viel Salz vermeiden, ebenso geräucherten Schinken, Wurst, Dosenfisch, Lakritze und Alkohol. Mehr Obst und Gemüse. 4)
  • Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme 1):unser Körper enthält 2 x so viel Lymphe wie Blut. Je flüssiger die Lymphe ist, umso besser kann sie fließen und Schlacken, Gifte, Bakterien, kranke Zellen usw. abtransportieren.
  • Einengende Kleidung stellen Barrieren für Lymphabfluss dar 1) siehe auch verlinkte Quelle.
  • Stresshormone haben Einfluss darauf, ob der Lymphfluss mehr oder weniger gut funktioniert. 2)
  • Rauchen (Nikotin schädigt Gefäße) 4)
  • Alkohol (weitet die Gefäße) 4)
  • Hitze: Bei heißem Wetter, kann es manchmal schon helfen, die Sonne zu meiden.  4)

„Je stärker auch die Giftbelastung des einzelnen Menschen ist, umso gravierender wirkt sich eine Blockade im LS aus.“ 1)

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Durch das RKI bestätigte Medizinische Unter- und Fehlversorgung

Das RKI veröffentlichte 02.2020 eine umfassende Dokumentation zur „Umweltmedizinischen Versorgungssituation von Patient(inn)en in Deutschland“. U.a. wurden darin thematisiert:

  • Die häufig unzureichende Beschwerde-Abklärung vor der Zuordnung einer psychischen Diagnose.
  • Die Erkenntnis, dass eine frühzeitige umweltmedizinische Versorgung  u.U. zur Verkürzung von Leidenswegen beigetragen und Chronifizierungen verhindert hätte.

Wir haben die Kernaussagen für Sie hier kompakt zusammengefasst:

Das Umweltbundesamt veröffentlichte eine  Kurzversion des RKI-Berichtes und fasst hier u.a. zusammen:Die weltweite Forschung zu Umwelt und Gesundheitsthemen führte zu einem deutlich besseren Erkenntnisstand im Bereich Environmental Public Health. Jedoch ist in Deutschland eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung bei Auftreten von Gesundheitsbeschwerden, welche auf Umwelteinflüsse zurückgeführt werden, nach wie vor nur unzureichend gewährleistet.“

Quelle und weiterführende Informationen: Umweltbundesamt im hier verlinkten Umid 2.2020

Auch aus Betroffenen-Perspektive liegt eine umfassende Dokumentation zu Problemen aber auch möglichen Lösungsansätzen für eine bessere medizinische Versorgung Umweltkranker vor. Ergänzende Themenfelder wie Recht, Wohnen, Beruf etc. wurden ebenfalls in die strukturierte Stellungnahme eingearbeitet. Mehr dazu sowie eine kostenlose Download-Option des Dokumentes finden Sie in unserer Rubrik „Umweltkrank“. Dieser Button führt Sie bequem hin:

Literaturhinweise

Auf unserer Medienseite finden Sie weitere interessante Artikel a.d. UMG-Magazin und Experten-Informationen!

Alle Verlinkungen auf dieser Seite haben rein informativen Charakter und stellen keine Kauf-, Bezugsquellen- oder Behandlungs-Empfehlungen dar! Eine etwaige Ableitung und Umsetzung von Therapiemaßnahmen erfolgt ausschl. auf eigene Gefahr und Verantwortung und sollte immer mit einem qualifizierten Therapeuten abgesprochen werden.
Bei den ergänzenden Literaturhinweisen handelt es sich (wie auch bei obigen Quellverweisen) um eine unverbindliche Auswahl und keinesfalls um eine vollständige Übersicht!