Psychisch-emotionale Reaktionen auf die Hypersensitivität (MCS) lassen sich in direkte und sekundäre Reaktionen unterteilen. Direkte Reaktionen sind solche, die Betroffene als direkte Auswirkung einer chemischen Exposition erleben, z. B. Weinen. Sekundär-Reaktionen entstehen dadurch, dass man sowohl mit den direkten Reaktionen als auch mit der langfristigen Realität eines Lebens mit MCS umgehen muss. Es ist wichtig, beide Arten zu verstehen. Und sich mit den Aspekten des Persönlichkeitsstils auseinanderzusetzen, die einen den Umgang mit Situationen erschweren. Z.B. Themen aktiv anzusprechen auch auf die Gefahr hin „Umstände zu bereiten“.

Quelle: Prof. Dr. Gibson, Buch „MCS-Überlebensleitfaden“ (Kap. 9) gem. Verlinkung zur kostenlosen Downloadversion

Warum MCS psychisch so belastend ist

WEITERSAGEN – TEILEN – NUTZEN

Unsere Präsentation „Warum MCS psychisch so belastend ist“ wurde auf dem YouTube-Kanal Umweltsensibilität veröffentlicht. Wir möchten damit auf die wenig bekannte und schwere Erkrankung MCS hinweisen, um eine bessere Verständnisebene für MCS-Betroffene zu vermitteln und so den Weg zu bereiten für mehr Akzeptanz sowie Unterstützung. Denn Wissen schafft Verständnis. So unsere Hoffnung.

Die Präsentation darf auch gerne durch Dritte verwendet werden. So plante z.B. Dr. Ohnsorge die Integration in die scopro-Fortbildungsmodule zur Klinischen Umweltmedizin.

Die Präsentationsinhalte stützen sich nicht ausschließlich auf persönliche Erfahrungswerte, sondern beziehen auch Studienverweise und Expertenaussagen mit ein. Wir bedanken uns bei den Experten, die uns bei diesem Projekt mit ihrem Feedback, Anregungen und mit der Unterzeichnung eines aktuellen Experten-Statements unterstützt haben!

Wir hoffen, wir haben Ihr Interesse geweckt. Dann führen wir Sie mit diesem Button bequem zur Ansicht der Präsentation auf YouTube:

Und weil sich die Folien zum Ausdruck nicht eignen, haben wir für Sie ergänzend ein kompaktes und druck-optimiertes Handout (20 S.) zur obigen Präsentation erstellt. Mit nebenstehendem Button gelangen Sie zum kostenlosen Download:

Zur Präsentation: Auszüge aus einigen Feedback-Meldungen seitens anderer SELBSTHILFEGRUPPEN

„An alle, die an dieser gelungenen, einfühlsamen Präsentation mitgewirkt haben: Danke, danke , danke!! Das ist eine vollkommene, wahre und perfekte Darstellung unserer Situation! Da kann einem schon eine Träne ins Auge geraten, teils aus Selbstmitleid – das darf wohl auch sein, kommen doch all die erlittenen Verletzungen und Diskriminierungen beim Zuhören hoch – teils aus Bewunderung und Freude darüber, wie Ihr uns aus dem Herzen sprecht. Unser Dank sollte sein, diesen Film vielen Menschen weiterzugeben.“

“ WOW!! Toll, sehr ausführlich und verständnisvoll. Unterteilung in mehrere, kürzere Kapitel wäre für viele Betroffene von Vorteil. Ansonsten wirklich super gemacht. Alles ist stimmig und die Themen super ausgearbeitet.“

„Sehr beeindruckend. Gut verwendbar. Vielen Dank!“

Zur Präsentation: Auszüge aus einigen Feedback-Meldungen seitens einzelner BETROFFENER

„Hab es am Stück angeschaut, denn ich konnte gar nicht aufhören. Spannend, interessant, fachlich kompetent. Eine tolle Präsentation.“

„Wer aus gesundheitlichen Gründen nur kürzere Abschnitte anschaun kann: teilt es Euch einfach auf. Es lohnt sich.“

„Als Betroffene habe ich es mit Interesse verfolgt. Großes Lob für diesen Arbeitsaufwand und die Initiative!“

„Tolles Video. Sachlich, kompetent, unaufgeregt! Freue mich auf weitere Videos!“

Zur Präsentation: Auszüge aus einigen Feedback-Meldungen seitens NICHT-BETROFFENER

„Mit Interesse habe ich die Präsentation und Homepage angeschaut. Als Nichtbetroffene fällt es schwer die Problematik voll zu erfassen. Deshalb finde ich es sehr gut, dass Ihr damit in dieser Form an die Öffentlichkeit geht. Es ist wirklich sehr gut gelungen!“

„Sehr gut gemachtes Video und professionell besprochen. Auch exzellente Homepage. Tolle Sache!“

„Ich finde das Video genial. Denn es ist eine wirklich gute Aufklärung ohne anzuklagen und dient der dringend erforderlichen Öffentlichkeitsarbeit.“

Hilfreiche Dokumente (auch für Therapeuten)

Ausführliche Informationen für die Zielgruppe der Psychotherapeuten hat Pamela Reed Gibson, eine US-Professorin für Psychologie, zusammengestellt. Sie untersucht seit 1992 die Auswirkungen von Umweltsensitivitäten auf das Leben, ist Autorin zahlreicher Artikel und kann mittlerweile auf eine Datenbank-Sammlung von mehr als 1400 MCS-Patienten zurückgreifen. Also: kombinierte Fach-Kompetenz aus den Bereichen Psychologie und MCS!

Mit freundlicher Genehmigung von Prof. Gibson können Sie hier eine deutsche Version ihrer Präsentation abrufen: „Beratung von KLIENTEN MIT UMWELTSENSITIVITÄTEN – Eine Information für Psychotherapeuten“.

Prof. Gibson empfiehlt ergänzend auch Kap.9 ihres Buches „MCS-Überlebensleitfaden“ zu lesen. Auch dieses steht als (unverbindliche) Übersetzung zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Die Info-Broschüre für Psychotherapeuten ist erfahrungsgem. eine willkommene „Übersichtsliteratur“ mit folgenden Inhalten:

  • Was sind Umwelt-Sensitivitäten?
  • Wie verbreitet sind Umwelt-Sensitivitäten?
  • Warum sollte jemand mit Umwelt-Sensitivitäten zu einem Therapeuten gehen?
  • Was könnten Klienten mit einer Umwelt-Sensitivität durchmachen, bevor sie einen Therapeuten aufsuchen?
  • Was brauchen Menschen mit MCS oder EHS (Elektrohypersensitivität) von einem Therapeuten?
  • Vita von Prof. Gibson
  • Ergänzende Hinweise des Übersetzers, z. B. zur Situation deutscher MCS-Patienten und weiteren deutschen Info-Quellen

„Die offizielle Schulmedizin ist bislang nicht in der Lage, die durch Chemikalien ausgelösten Krankheiten adäquat zu diagnostizieren und zu behandeln. Der Ausweg in eine rein psychische Diagnose und Therapie ist ein Irrweg, der in der Regel zu keiner Besserung der Krankheitssymptome führt. Die Anwendung von Psychopharmaka muss vor dem geschilderten Hintergrund als Fehltherapie bezeichnet werden. […] Zusammenfassend ist festzustellen: Es zeichnet sich ab, dass die schweren Krankheiten, die durch Chemikalien ausgelöst werden, zu einer vielfachen Erhöhung der Suizidrate bei betroffenen Patienten führen.“

So Dr. Hans-Ulrich Hill in seinem Artikel „Soziale Auswirkungen von chemikalieninduzierten Krankheiten“ *) veröffentlicht in umwelt-medizin-gesellschaft 21(4)

 

Dr. Kurt E. Müller geht in seinem Artikel „Depression bei umwelt-medizinischen Erkrankungen“ **) ausführlich auf relevante Aspekte der Neuro-Endokrino-Immunologie ein und führt u. a. aus:

  • Bei 80 % der untersuchten umweltbelasteten Patienten wurde eine Schädigung der Dopamin D2-Rezeptoren nachgewiesen.
  • Nachweislich besteht bei Patienten mit zellulärer Sensibilisierung gegenüber Dentalmetallen eine erhöhte Bereitschaft der Bildung von Autoantikörpern auch gegenüber Serotonin.
  • Als Folge der entzündlichen Erkrankung entwickelt sich eine der Inflammation assoziierte depressive Symptomatik. Die übliche Verordnung von SSRI ist in einer solchen Situation ohne wesentlichen therapeutischen Effekt und erhöht i.d.R. unnötig das Maß der Komplikationen.
  •  Zahlreiche Umweltschadstoffe können die Atmungskette unmittelbar funktionell und/oder strukturell beeinträchtigen. Der durch einen geringen Adenosintriphosphat (ATP)-Vorrat bedingte Leistungsverlust (wie schnelle Ermüdbarkeit und langsame Erholungsfähigkeit) werden i.d.R. als Depression diagnostiziert.
  • In dem Artikel werden Mechanismen abgebildet, die Symptome verursachen, die häufig Grundlage der Diagnose Depression sind. Doch wesentliche Auslöser können u. a. Infekte sein, zahlreiche Medikamente oder aber Expositionen gegenüber vielen Umweltchemikalien.

Quellen:
*) Dr. Hans-Ulrich Hill, Magazin umwelt-medizin-gesellschaft 21(4) gem. obiger Verlinkung
**) Dr. Kurt E. Müller, Magazin umwelt-medizin-gesellschaft 4/2010 gem. obiger Verlinkung

MCS - Überlebensleitfaden (Buch von Prof. Dr. Gibson)

Das Buch (die einzelnen Kapitel) stehen Ihnen in einer unverbindlichen Übersetzungsversion zum kostenlosen Download zur Verfügung!

„Für Menschen mit MCS ist dieses Buch ein Überlebensratgeber, voller praktischer Ratschläge und Inspirationen. Für andere bietet es ein besseres Verständnis für MCS, indem es gekonnt die Wissenschaft mit der menschlichen Seite dieser komplexen und oft verwirrenden Krankheit verbindet.“
Ann McCampbell, M.D.

„Professor Gibson hat ein Buch von solider Wissenschaftlichkeit und mitfühlendem Verständnis über eine Krankheit geschrieben, die beides dringend braucht. Es ist ein sehr lesenswertes Werk, das denjenigen, die von diesem schwierigen und häufig missverstandenen modernen Gesundheitsproblem betroffen sind, Inspiration und eine Fülle von sachkundigen Ratschlägen bietet. Es ist eine bemerkenswerte Sache: Ein Buch über MCS von einer Psychologin, die weiß, dass die Krankheit nicht psychologisch ist.“ Lynn Lawson, M. A., Autor von `Staying Well in a Toxic World´“

Quelle: Buch-Cover „Multiple Chemical Sensitiviy – A Survival Guide“, Earthrive Books, Ausgabe 2006, kostenlose Downloadvision

MCS hat gravierende Auswirkungen in allen Lebensbereichen. Basierend auf ihren jahrzehntelangen Studien- und Berufserfahrungen widmet sich die Autorin in ihrem Buch diesen unterschiedlichen Aspekten., wie z.B. den Auswirkungen auf das Leben und die Psyche, Optionen der Lebensumgestaltung und Bewältigung. Auch wenn sich der Forschungsstand weiter entwickelt hat – viele weitere und grundsätzliche Buch-Inhalte sind noch relevant und insbesondere für „Newcomer“ eine willkommene Hilfestellung.

Übrigens: In Kapitel 13 dreht sich alles um Arbeitsplatz, Schwerbehinderung und Rentenverfahren. Hier wird deutlich, dass diese Aspekte auch in den USA sehr problembehaftet sind. Zu diesen Themen gibt es auch hierzulande häufig Nachfragen und Bedarf an Hilfestellungen. Daher wurden hier ergänzend ausführlichere Informationen, Übersichten, Erfahrungswerte, beispielhafte Urteile, evtl. hilfreiche Unterlagen und weiterführende Verlinkungen für die deutschen MCS-Betroffenen eingearbeitet!

Der psychosoziale Problemkreis

Erläuterungen hierzu finden Sie in der oben verlinkten YouTube-Präsentation „Warum MCS psychisch so belastend ist“.

Psychosozialer Problemkreis bei Multipler Chemikalien Sensitivität (MCS)