Viele von uns haben sich eine hohe Patientenkompetenz angeeignet. Und mit Blick auf die individuell sehr unterschiedlichen Situationen und Reaktionen wurden wir zu Experten für unseren eigenen Körper.  Aber wir sind medizinische Laien. Und die Suche nach fachkompetenter Unterstützung lässt viele von uns verzweifeln. Fachartikel, Studienerkenntnisse etc. bieten uns KnowHow und Unterlagen, die wir im Bedarfsfall (z.B. Antragsverfahren) vereinzelt nutzen können. Aber sie können die persönliche Betreuung und erforderliche Behandlung durch einen MCS-erfahrenen Arzt nicht ersetzen.

Hier finden Sie einige Hinweise zu / von

Ärzte/n  (Datum der letzen Aktualisierung):
Online-Portale für die Arztsuche (03.03.2022)
Expertenbestätigungen: Nachgefragt 2021/2022 (11.03.22)
Arztinterview: Nachgefragt bei Dr. Böhm (03.03.2022)

-> Ergänzendes Expertenwissen finden Sie auf unserer Medienseite! (26.05.2022)

TIPP:

Fragen Sie im Vorfeld immer an, ob

  • Klinische Umweltmedizin bzw. Umweltzahnmedizin (noch) betrieben wird
  • Erfahrungen mit MCS-Patienten bestehen
  • Neue MCS-Patienten (noch) angenommen werden

Leider wird dies häufig verneint. Sogar wenn die entsprechende Qualifizierung auf der Homepage vermerkt ist, lehnt so mancher (Zahn-)Arzt erfahrungs-gemäß ab.
Hier (verlinkt) finden Sie eine unverbindliche Checkliste für den Besuch beim Umweltmediziner.

Ärzte

Online-Portale für die Arztsuche

MCS ist ein sehr komplexes Krankheitsbild. Leider fehlt es an entsprechenden Spezialisten und flächendeckender medizinischer Versorgung. Hier einige mögliche Info-Quellen für eine gezielte Arztsuche (ergänzend empfiehlt sich natürlich der diesbezügliche Erfahrungsaustausch mit Betroffenen):

dbu Experten-Abfrage
(Deutscher Berufsverband
Klinischer Umweltmediziner e.V.)

Hier haben Sie lt. dbu die Möglichkeit einen mit der Umweltmedizin vertrauten Behandler in Ihrer Nähe zu finden:

Therapeuten-Übersicht von EUROPAEM
(Europäische Akademie für klinische Umweltmedizin e.V.)

EUROPAEM-Mitglieder (Ärzte und Heilpraktiker) mit umweltmedizinischer Ausbildung können Sie hier ermitteln:

Ärzteportal PlusPatient
(Informationsstelle
Gesundheit GmbH)

In diesem Infoportal werden ergänzend Ärzte als „Spezialisten für vielfache Chemikalien-Unverträglichkeit“ ausgewiesen:

EGGBI
(„Europäische“ Gesellschaft für gesundes Bauen und Innenraumhygiene)

Diese unverbindliche Eigenaufstellung (unterstützende Service-Leistung für MCS-Betroffene) finden Sie hier:

Landesärztekammer-Infoportale
(Patientenporte des jew. Bundeslandes)
Erfahrungsgem. z.T. veraltete Daten. Und leider KEINE Option gezielt Ärzte der [für uns relevanten] KLINISCHEN Umweltmedizin zu suchen. Eingabehilfe:
– in 1. Füllfeld: Standort
– bei „Angaben zum Arzt“ im UNTEREN Füllfeld (2. Zeile / Zusatzbezeichnung) auswählen „UMWELTMEDIZIN“
Hier die beispielhafte Verlinkung zur Bayer.LandesÄrzteKammer:

Nachgefragt bei einigen MCS-Experten (2021/2022)

Über MCS lassen sich ganze Bücher füllen. Die Präsentation „Warum MCS psychisch so belastend ist“ bemühte sich um einen Fokus auf  5 Kern-Aussagen zu MCS und der aktuellen Situation MCS-Betroffener in Deutschland. Die Aussagen sowie die Unterzeichnerliste der bestätigenden MCS-Experten finden Sie in der Präsentation und auch dem dazugehörigen Handout auf unserer Homepage unter „MCS und Psyche“. Dieser Button führt Sie bequem hin:

Nachgefragt bei Dr. Udo Böhm (aus dem Arztinterview vom 01.04.21)

-Die Erlaubnis zur Publikation liegt von Dr. Böhm ausdrücklich vor-.

Dr. med. Udo Böhm war bis 2009 niedergelassener Arzt im bayer. Unterwössen mit den Schwerpunkten Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Orthomolekulare Medizin, Sportmedizin und Umweltmedizin. Er betreute jahrzehntelang auch Patienten mit umweltassoziierten Erkrankungen, wie z.B. MCS, und gibt heute sein umfangreiches Fachwissen in Vorträgen, Publikationen und Fortbildungskursen weiter. Er engagiert sich u.a. auch als Lehrbeauftragter für Allgemeinmedizin an der LMU München, als Leiter von Fortbildungen zur orthomolekularen Medizin in Deutschland und Österreich (ÖÄK-Diplom) sowie als Leiter der Ärztekammer-zertifizierten Blended-Learning-Fortbildung praktische Umweltmedizin.

Wie viele Patienten sind von MCS betroffen?

„Die Datenlage hierzu ist unklar und man darf von einer durchaus hohen Dunkelziffer ausgehen, weil das MCS noch nicht flächendeckend in der Medizin wahrgenommen wird. Die Häufigkeitsangaben reichen bei Hausteiner (2005) für Deutschland von ärztlich dokumentierten 0,5 % bis zu selbstberichteten 9 %. Laut Steinemann (2019) berichten in USA, Australien, Schweden und UK 19,9 % der Bevölkerung eine chemische Sensitivität und sogar 32,2 % eine Duftsensitivität, wobei bei 7,4 % tatsächlich eine MCS diagnostiziert worden sei.“

Wie kann sich MCS im fort-schreitenden Krank-heits-Prozess ent-wickeln?  

„Beim MCS sollte man wie bei vielen andere organischen Erkrankungen auch zwischen direkten und reproduzierbaren Symptomen und den oft nicht genau zuordenbaren Langzeitfolgen unterscheiden. Zu den direkten und zeitnahen Symptomen (Stadium 1) zählen beispielsweise Kopfschmerz, Fatigue, Schlafstörungen, Augen- und Atemwegsreizungen, Magen-Darm-Probleme, Gelenkschmerzen, Tachykardien, Depressionen und Nervosität.
Bezüglich der Langzeitfolgen können wir auf die Ergebnisse zahlreicher Untersuchungen zu Folgeschäden von niedriger chronischer Chemikalienbelastung und auf einige aktuelle Studien zum MCS (z.B. Rossi 2018) zurückgreifen. Wir gehen in einem früheren Folgestadium (Stadium 2) zunächst von allgemeinen Störungen des Stoffwechsels und der Barrieren mit chronischen Entzündungen und Belastung verschiedener Organsysteme sowie mit sekundären Unverträglichkeiten aus. Dies kann in Abhängigkeit von der Dauer der Chemikalienbelastung dann beispielsweise zu Dermatitiden, Vaskulitiden, Immun- und Stoffwechselerkrankungen, Allergien, Arthritiden, Colitiden oder Durchblutungsstörungen führen.
Bei langdauernder und insbesondere fortbestehender Exposition (Stadium 3) können sich wie von anderen chronischen Schadstoffbelastungen bekannt die Beschwerden verschlimmern und häufig erst viele Jahre zeitverzögert weitere Krankheiten ausgelöst oder zumindest getriggert werden wie neurodegenerative Erkrankungen, cardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes, Krebs, psychiatrische Syndrome oder Krankheiten im Bereich von Lunge, Nieren oder Leber.“

Wie kann MCS-Patienten geholfen werden?  

Den Betroffenen kann und müsste in vielerlei Hinsicht geholfen werden. Zunächst einmal benötigen sie von Seiten der betreuenden Gesundheitsberufler, Krankenkassen und der Politik Fachwissen, Akzeptanz, Verständnis, Rücksichtnahme und positive Motivation für Veränderungen ihres Lebensstils und ihres gesamten privaten und beruflichen Umfelds. Hierzu zählen natürlich möglichst umgehende und vollständige Erforschung und Vermeidung der auslösenden Chemikalien und Reduktion anderer organischer und psychischer Belastungsfaktoren. Im Zusammenhang damit ist eine Optimierung der körpereigenen Ressourcen wie Entgiftungssystem, Barrieren (Atemwege, Darm, Haut), Immun- und Entzündungssystem oder Mitochondrienaktivität mit entsprechenden Maßnahmen anzustreben. Und schließlich müssen ergänzend zu den genannten essentiellen Aktivitäten die Folgeerkrankungen des MCS im Kontext mit den verschiedenen Belastungs- und Triggerfaktoren professionell behandelt und Rezidive verhindert werden. Dazu benötigen wir einerseits eine flächendeckende Versorgung mit entsprechend qualifizierten Therapeuten, die möglichst eine Ausbildung in Umweltmedizin absolviert haben sollten und andererseits ein besseres Anerkennungsniveau durch Krankenkassen und Sozialsysteme bezüglich der Betreuung der betroffenen Patienten.“

Auf unserer Medienseite finden Sie weitere Experten-Informationen!

Zahnärzte

Online-Portale für die Zahnarztsuche

MCS geht auch in der Zahnmedizin mit umfassenden Materialunverträglichkeiten einher. Ein riesiges Behandlungsproblem, das zusätzlich erschwert wird, wenn ein Zahnarzt womöglich nicht die Patienten- sondern seine Materialorientierung in den Fokus stellt. Denn auch hier zeigen sich bei MCS-Kranken individuell sehr unterschiedliche Reaktionen.

a) Zahnärzte finden Sie auch unter den oben (Bereich Ärzte) bereits aufgeführten Suchportalen!

b) Es gibt auch spezielle Berufsverbände im Bereich der ganzheitlichen und Umwelt-Zahnmedizin, die ergänzend Suchportale anbieten. Hier z.B. einige Info-Quellen für eine gezielte Zahnarztsuche (recherchieren Sie ggf. ergänzend z.B. auf den Webseiten, hilfreich ist auch hier der diesbezügliche Erfahrungsaustausch mit Betroffenen):

DEGUZ Experten-Abfrage
((Deutsche Gesellschaft für Umweltzahnmedizin e.V.)

In dieser Mitglieder-Datenbank finden Sie Zahnmediziner, Mediziner, Dentallabore und Spezialisten anderer Fachrichtungen. Zu beachten sind die unterschiedlichen Arbeits-schwerpunkte innerhalb der Umwelt-ZahnMedizin:

BNZ Arzt- und Therapeuten-Abfrage
(Bund der naturheilkundlich tätigen Zahnärzte e.V.)

Der Dach- und Fachverband für ganzheitlich interessierte Zahnärzte sowie Kieferorthopäden/-chirurgen bietet hier sein Suchportal an:

GZM Zahnarztsuche
(Intern. Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin e.V.)

Ein Dienstleistungsverband, der unabhängig und ohne finanzielle Interessen über Ganzheitliche Medizin und Zahnmedizin informiert und hier ein Suchportal zur Verfügung stellt:

Portal für Zahnarzt-Suche

Auch hier gibt es eine Rubrik Umweltzahnmedizin. Spezialisten, die sich diesem Netzwerk angeschlossen haben, finden Sie hier: